Fahne auf Halbmast

FotoWas macht ein Land, das unter dem Schock der letzen Tage steht, viel Gewalt und Blutvergießen gesehen hat und nicht weiß, wie es weiter geht?
Es betet.

Längst haben die führenden Christen erkannt, dass ihr Land nicht nur in einer politischen Krise steckt, sondern die Auseinandersetzungen auch eine geistliche Dimension haben. Also muss auch auf dieser Ebene gehandelt werden.
Aus diesem Grund riefen die geistlichen Leiter des Landen zu einem nationalen Gebets- und Fastentag auf. In jeder Gemeinde und jeder Kirche kamen gestern Menschen zusammen, um für ihr Land und die Bewohner vor Gott ein zustehen. So auch die Nairobi Chapel. Obwohl der Gottesdienst schon voll im Gang war, kamen immer noch Leute dazu, und die Sitzplätze reichten nicht.
Während noch mehr Stühle gestellt wurden, sangen und beteten wir, lagen Gott knieend in den Ohren, damit er Gnade schenkt und dem Schrecken ein Ende bereitet. Wir beteten für die vielen, die ihre Heimat verlassen mussten, für Menschen, die Angehörige verloren haben, für innere und äußere Heilung der vielen Verletzungen, die mit dem Ausbruch der Tumulten geschehen sind.

Sind wir hier richtig?
Nein, wir bereuen nicht, das wir gerade jetzt hier sind, es ist genau der richtige Zeitpunkt, um die Stärke und Größe der Leiter zu erleben. Wir sind unglaublich fasziniert, wie sie ihre „Schafe“ durch diese schwere Zeiten führen, und wie sie die Situation beurteilen. Dass Oscar seine Handynummer im Gottesdienst (mit 1500 Besuchern) öffentlich bekannt gibt, um uns gegenseitig über die Lage informieren können, ist nur eine Sache. Als Kikuju bat er um Vergebung für seine Volksgruppe. Er predigte sehr ernst und eindringlich. Anders als die Prominenten im Fernsehen, sagte er nicht, Kenianer seien ein friedliches Volk, sondern er forderte sie zur Umkehr auf, denn die Stammesrivalitäten fangen im Herzen an und nicht auf der Straße. Und auch nicht bei den anderen, sondern bei jedem einzelnen. Das ist für viele Kenianer ein Tabuthema, denn (wie auch oft in Deutschland) sind immer die anderen oder die Politiker Schuld.

Friedensverhandlungen zu Hause

Die Sicherheitslage im Land ist weiter angespannt. 150 m vor dem Tor (wie gut, dass es eines gibt) unserer Wohnsiedlung sahen wir gemeinsam mit unseren Nachbarn eine Ansammlungen von Menschen, die mit ihren Macheten nicht sehr freundlich aussahen.

Da wir keinen Selbstverteidigungskurs belegt haben und wir auch im Umgang mit Macheten ungeübt sind, zogen wir uns lieber in unser Haus zurück und verfolgten das Geschehen im Fernsehen weiter, während das halbe Wohnviertel weiter die Straße säumte.

Die Hauptstraße (Ngong-Road) vor unserer Wohnsiedlung führt direkt in die City Nairobis, und beides war für friedliebende Menschen ab heute Mittag nicht sicher. Menschenmassen machten sich auf den Weg zur Großkundgebung des Oppositionsführers Odinga, doch diese wurde dann auf Dienstag verschoben.

Während wieder eine Kirche in den Slums von Nairobi in Flammen steht, überlege und bete ich, wie ich diese Situation mit meinen bescheidenen Mitteln positiv beeinflussen könnte. Aus dem Haus zu gehen ist ab Mittag zu unsicher, mit unseren „Hamsterkäufen“ hatten am Vormittag nur teilweise Erfolg. Weder Käse noch Fleisch gibt es, dafür erstehe ich gemeinsam mit Jane im benachbarten Slum Tomaten, Eier und Kartoffeln. – Verhungern werden wir also nicht.

Am Abend verfolgen wir ein Interview mit einem Vertreter der Oppositionspartei (ODM). Jane ist am Schimpfen. „Er lügt!“ und andere Schimpfsalven lassen wir über uns ergehen. Dabei finden wir seine Äußerung gut, und er ist sichtlich um Frieden bemüht. Als wir Jane fragen, warum sie ihn so beschimpft, hat sie die einfache Erklärung: „Weil er zu ODM gehört.“
Ihr Weltbild ist einfach: alles wird in gut oder schlecht eingeteilt: Kibaki (PNU)= gut, Odinga (ODM) = schlecht. Woher soll sie auch differenzierter denken? Als 3.Tochter von 5, mit 13 die Schule aus Geldmangel abgebrochen und seit dem als Haushaltshilfe tätig, hat sie natürlich nur einen Hinterhof-Küche-Markt-Horizont. Darum erkläre ich ihr, dass die Unruhestifter genau so wie sie denken, und deswegen kämpfen. Um aber Frieden herzustellen muss man dem anderen zuhören und darf ihn nicht automatisch verurteilen, weil er der „falschen“ Partei angehört.
Plötzlich hält sie inne. Sie versteht – man kann nicht Menschen einfach so verurteilen, und schon gar nicht, wenn man Frieden will.
Und dann sagt sie zu mir: „Jetzt habe ich dich verstanden. Vielen Dank. Das hat mich getroffen. Gott segne dich. Du solltest das unbedingt deinem Pastor sagen und auch den Parteileitern. Das ist wichtig und sollen alle wissen.“ – Und ich schaue etwas verdutzt drein.

Ich glaube, sie hat wirklich verstanden, worum es ging und in ihrem Herzen hat sich etwas verändert. Wenn sie morgen ihre Freundin trifft oder mit anderen Menschen darüber spricht, dann wird sie anders reden als heute.

Was habe ich noch mal heute Morgen gebetet….?

Nairobi Update Donnerstag

Heute soll im Uhuru-Park im Stadtzentrum Nairobis die Grossdemonstration der Opposition stattfinden. Hier am Stadtrand bekommen wir derzeit wenig davon mit – ausser, dass kaum Autos in Richtung Stadt fahren.

In unserer Umgebung sieht es so aus: Kinder spielen Fussball (Schulen geschlossen), Supermarkt geoeffnet (wenn auch nur das halbe Tor) – drinnen ruhig und in den Regalen stellenweise gähnende Leere. Wir haben unseren Monatseinkauf diesmal wohlweisslich gleich am 1. Januar gemacht – so haben wir ziemlich alles bekommen. An den Geldautomaten steht man Schlange, wenn man nicht gleich früh am Morgen dort war.
Auf einen Bus habe ich vergebens gewartet, dafür fahren einige Matatus. Heute früh konnte ich frisches Brot kaufen, d.h. die Bäckereien arbeiten und die Zulieferer fahren es aus (zu uns kommt es per Fahrrad.)

Die Massnahmen der Kirchenleiter fangen auch an zu greifen. Sie sind oft im Fernsehen zu sehen und rufen zu Frieden, Gebet und Mitmenschlichkeit auf. In den Radiosendern die gleiche Nachricht. Die meisten hier wollen einfach keinen Bürgerkrieg, bisher haben sie friedlich miteinander gelebt. Das soll auch so weitergehen.

Nairobi – Update

Hilfsaktionen
Die Pastoren der Naiobichapel leiden sehr mit ihrem Land, sie beten und fasten teilweise seit etlichen Tagen. In unmittelbarer Nähe der Gemeinde wurden 300 Familien gefunden, die ihr zu Hause (Slum) verlassen haben, und wegen den Unruhen in freier Natur übernachten. Die Pastoren riefen die ganze Gemeinde auf Decken, Lebensmittel und Wasser zu spenden, worauf wir uns gleich am frühen Morgen in das Getümmel im Supermarkt stürzten und soviel Grundnahrungsmittel eingekauft haben, wie wir bezahlen und transportieren konnten.
Hier macht sich unser Wohnort absolut bezahlt: nicht zu nah am Stadtzentrum und den Slums (beides sollen wir derzeit meiden) – sowohl Gemeinde und Supermarkt sind im Umkreis von 1 km.

Schlechter Informationsfluss
Radio, Fernsehen und Zeitungen berichten absolut lückenhaft viel zu spät über die aktuelle Situation. Wir haben es erlebt, dass die Tageszeitungen Abends im Fernsehen ihre Berichte widerrufen haben. Glücklicherweise haben wir Gemeindemitglieder in allen Bereichen (Regierung, Opposition, Sicherheitsdienste, Wirtschaft, Parlament, Polizei und Armee), die uns auf dem Laufenden halten.

Was die Medien berichten

  • 75.000 Menschen mussten ihr zu Hause verlassen und hausen in Kirchen und in der Nähe von Polizeistationen.
  • In ländlichen Regionen wurden Kirchen mit den darin Zuflucht suchend Menschen niedergebrannt.
  • Morgen ist eine grosse Kundgebung der Oppostion in Nairobi geplant. Die Regierung will sie unterbinden. = erhebliches Konfliktpotenzial
  • Momentan gleicht das Stadtzentum Nairobis einer Geisterstadt. Geschäfte bleiben geschlossen, Autos und Menschen sind nicht zu sehen.
  • Alltag?
    Teilweise scheint es so, als käme der Alltag wieder. Am 1. Januar um 7.30 Uhr kam bei uns die Müllabfuhr, heute wurden in unserem Estate (Viertel) die Strassen gekehrt. An den leeren Obst- und Gemüseständen erkennen, dass Versorgungsketten nicht funktionieren. Dennoch haben Supemärkte geoeffnet, die Busse fahren und wir sind im Internetcafe. Morgen sollte offiziell unser erster Arbeitstag sein. Wir bezweifeln, dass es dazu kommt. Stattdessen werden wir wohl – wie gestern schon – bei der Hilfsaktion der Nairobichapel mitarbeiten.
    Es bleibt also weiter spannend.

    Zum Weiterlesen:
    Die ausländischen Nachrichtenagenturen stellen die Lage als sehr ernst dar und weitaus realistischer als die Agenturen im Land. Darum seid ihr wahrscheinlich besser infomiert, als die Leute hier.

  • Die Zeit
  • Spiegel-online
  • Hallo liebe Leute in Deutschland!

    Wir wünschen Euch alle ein gesegnetes Jahr 2008 und großartige Erlebnisse mit Gott, sei es in Familie, Gemeinde oder Beruf.

    Sicherheit
    Aus gegebenen Anlass möchten wir euch kurz über die Situation im Land informieren. Zuerst vorweg: uns geht es gut, wir haben, was wir zum Leben brauchen und sind zu Hause in Sicherheit.

    Randale nach Wahl
    Nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse hat sich die Situation hier zugespitzt. Die Opposition zweifelt das Ergebnis berechtigterweise an, die Regierung ignoriert sämtliche Anfagen. Sie hat stattdessen den Präsidenten in einer Hau-Ruck-Aktion innerhalb von einer Stunde eingesetzt und sagt, die Opposition solle den Rechtsweg einhalten und das Ergebnis so bestreiten. Bis so eine Petition hier durch ist, vergehen aber locker 5 Jahre. Das ist also ein kaum gangbarer Weg für den Herausforderer.
    Die Stimmung im Land ist daraufhin hochgekocht, es gibt Randale, brennende Autos und Häuser – und mittlerweile über 100 Tote. Sämtliche Geschäfte sind geschlossen, in einigen Gebieten gibt es nichts mehr zu essen. Die Straßen sind – bis auf die Randale – leergefegt.

    Was tun die Kirchen?
    FotoGestern war ich bei einem Treffen sämtlicher Kirchen- und Gemeindeleiter von Nairobi inkl. dem Erzbischof der kath. Kirche, den Leitern der angl. Kirche …
    Wir haben eine Presseerklärung diskutiert und abgegeben, mit der man als Christenheit geschlossen das Land zu Frieden aufruft sowie die Parteien an einen Tisch bringen will. Die wurde prompt im Radio und TV ausgestrahlt.

    Außerdem wurden 4 Taskforces gebildet, die sich sofort um die aktuelle Situation kümmern:

  • Politik: Mediation
  • Sozial: Hilfe für Opfer, Kirchen- und Gemeindegebäude sind offen, bieten Obdach und Grundversorgung
  • Geistlich: 1.1. als Gebets- und Fastentag, Nationales Leitertreffen (Gebet) am Sonntag in Nairobi, um Einigkeit und Frieden dem Land mit Hilfe der Medien zu zeigen
  • Medien: spielen derzeit eine Schlüsselrolle, sie sollen Ruhe und Frieden verbreiten sowie objektive Tatsachen senden, der Informationsfluss muss sichergestellt werden, christliche Künstler sollen das Land zu Frieden und Einheit aufrufen – sie haben Einfluss und sollen zu Wort kommen.
  • Bitte mit betet um:

  • Weisheit für alle Beteiligten (politische, wirschaftliche und geistliche Leiter)
  • Frieden (Nachbarn haben jahrelang friedlich zusammengelebt, jetzt plötzlich nicht mehr?)
  • Gelingen des nationalen Leitertages am Sonntag (Einheit der Christen zeigen, positiver Einfluss auf das Land)
  • Hilfe für die Opfer der Randale
  • Deeskalation der Situation
  • Wir versuchen euch weiter auf dem Laufenden zu halten, können dies aber nicht versprechen, da wir abhängig vom Internetcafe sind. Das bedeutet, wenn die Sicherheitslage noch ernster wird, sollten wir unser Haus nicht verlassen, und die Internetcafes haben auch geschlossen.

    Wer die Wahl hat…

    hat die Qual, für Ruhe und Ordnung zu sorgen, sei es auf der Straße, in Wahllokalen oder bei der Bekanntgabe von Wahlergebnissen.
    Vielleicht hat sich der eine oder andere Blogleser über das Ausbleiben von Artikeln auf unserem Blog gewundert. Nein wir sind nicht faul geworden. Wir sind nur nicht lebensmüde.

    Wahlkampf auf afrikanisch
    Um schon mal Frage 2 von unserem Rätsel zu beantworten: Am 27.12. fanden in ganz Kenia Präsidenten- und Parlamentswahlen statt. Und diese Tatsache versetzt schon seit Wochen das Land und seine Bürger in Aufregung. Kaum ein Gespräch drehte sich nicht um die Kandidaten, jeden Tag schien es, als kämpften die Parteien noch härter um jede einzelne Stimme. Es war kaum noch zum Aushalten, zumindest für uns „gesetzte und vernünftige“ Deutsche. Wir hatten und haben keine Chance uns dem zu entziehen. Selbst wenn wir die Straßen mit den Lautsprecher-Autos mieden, zu Hause wurden wir mit Sprechgesängen von Jane „verwöhnt“, die unserem jetzigen Präsidenten Kibaki die Füße küssen würde, wenn sie die Chance gehabt hätte.

    Stimmung und Stimmzettel
    Der große Tag, also der 27.12. kam, Jane und John verließen bereits gegen 6.00 Uhr das Haus um sich in die endlose Reihe der Wähler einzureihen und gegen 10.00 Uhr ihren Stimmzettel in die Wahlurne zu werfen, um dann schnellstmöglich wieder nach Hause zu kommen und den Rest des Tages vor dem Fernseher zu verbringen. Gegen 18.00 Uhr wurde Jane dann von einem Wahlfieber erfasst, gegen das bisher noch kein Gegenmittel gefunden wurde.
    Die ersten 5000 Stimmen waren ausgezählt und wurden bekannt gegeben – und Kibaki lag eindeutig vorn. Sie war kaum zu halten, jedes Zwischenergebnis wurde sorgfältig notiert, nicht ohne den Gegenkandidat mit Triumphrufen zu schmähen. Daniels Versuch, sie mit Worten wie „Warte erst noch ab, es kann sich alles ändern.“ zu beschwichtigen, ignorierte sie und konnte sich gegen 24.00 Uhr nur schwer vom Fernseher trennen.

    Tag 1 nach der Wahl
    Der nächste Tag kam, die Stimmenverhältnisse veränderten sich zu Gunsten des „Feindes“ – und es herrschte Stille im Haus. Die deutschen Mitbewohner atmeten auf, die afrikanischen tief ein. Bauchschmerzen machten sich bei Jane breit, wenn sie auch nur eine Minute die Auszählung der Stimmen im TV verfolgte. – Also besser das Gerät auslassen.

    Tag 2 nach der Wahl
    Jane lebt mit jeder Stimme, die ihr Favorit bekommt, wieder auf, wobei das Stimmenverhältnis der beiden Topkandidaten denkbar knapp ist. Daniel hat sich bereits mit dem Wahlvirus infiziert, was zur Folge hat, dass Nancy sich von beiden fiebrigen Mitbewohnern fern hält, um nicht auch noch angesteckt zu werden.
    Bis spät in den Abend schauen fast (!) alle Bewohner unseres Hauses gebannt auf den Bildschirm. Zu essen gibt es nur noch, was im Haus ist, da sämtliche Märkte wegen Ausschreitungen geschlossen haben – auch die Internetcafes. Von weitem hören wir auf der Straße Tumult, im TV sehen wir, dass es 400m von unserer Haustür zu Tumulten kam und gebrannt hat. Gegen 21.00 Uhr bekommen wir eine SMS von Oscar: der Gottesdienst fällt wegen den Unruhen aus. Schade, aber besser als an- oder erschossen zu werden, ein Schicksal, was 4 Kenianer bereits ereilt hat. So schnell wollen wir doch nicht in den Himmel.

    Tag 3 nach der Wahl
    Als ich aufstehe, läuft bereits der Fernseher. Ich freue mich auf einen ruhigen Vormittag mit meinem Mann allein, denn für Jane ist der Gottesdienstbesuch ein Muss. – Außer heute. Bereits in Schale geworfen kann sie sich einfach nicht von dem Fernseher trennen und entscheidet sich, zu Hause zu bleiben, um ihren Kibaki beizustehen. Ich bleibe gegen den Wahlvirus immun und kann eine Teilimmunisierung bei Daniel erreichen, in dem ich ihm zum Sonntagvormittag im Garten die Haare schneide. – Damit er beim Fernsehen nicht mehr durch seinen Pony gucken muss.
    Immer noch stehen die endgültigen Resultate aus, doch Kibakis Gegenkandidat wettert in einer Pressekonferenz gegen alles und jeden. So ist das hier.
    Während ich mir von Deutschland importiertes Kaltschalenpulver in eine Schüssel mit Wasser einrühre (viel mehr hatten wir nicht im Haus), sinniere ich über unseren letzten Afrikaaufenthalt 2002 nach. Da mussten wir wegen politischer Unruhen und bürgerkriegsähnlichen Zuständen die Elfenbeinküste verlassen….

    Weihnachten bei Santacklaus

    FotoFotoNein, das ist diesmal kein Rechtschreibefehler, Santacklaus sollte in unserer Nachbarschaft wohnen da unsere Wohnsiedlung Santack heißt. Allerdings haben wir ihn noch nicht persönlich getroffen.

    Der großen Nachfrage entsprechend wollen wir euch nun an unserer ersten kenianischen Weihnacht teilhaben lassen.

    Was es bei uns alles NICHT gab

  • Gänsebraten (haben wir sowieso noch nie gemocht)
  • pünktlich zum Festtagsschmaus am 24. 12. 19.00 Uhr elektrischen Strom (brauchten wir auch nicht, wir hatten Kerzen an)
  • Weihnachtsservietten (wäre schön gewesen, haben wir aber überlebt)
  • einen Weihnachtsbaum (hatten wir aus Platzgründen noch nie)
  • Verwandtschaftsbesuch (wäre zu viel Arbeit gewesen)
  • Stress (hatten wir die letzen Jahre genug)
  • in Geschenkpapier eingewickelte Geschenke (war uns zu teuer)
  • ein Abendessen am 25.12. (weil wir noch das Mittagessen zu verdauen hatten)
  • Was es gab

  • indisches Hühnercurry mit indischem Fladenbrot, Joghurt-Dipp und exotischem Obstsalat, dazu Wein aus schoenen neuen Gläsen (sehr lecker), Weihnachtsessen
  • Oscar Muriu in den 21.00 Uhr Nachrichten (hat er richtig gut gemacht)
  • schöne Geschenke:
  • – Lautsprecher für den Computer zum Musik hören
    – eine aus Maisstroh gebastelte Weihnachtskrippe
    – dem Wunschzettel gemäß schöne Weingläser und Wein,
    – dazu Nutella, Pizzariabesuche und Safaris

  • Knoblauchgeruch aus unseren Mündern am 25.12. als wir 3 Stunden im Garten einer Pizzaria zugebracht haben (danach konnten wir uns nicht mehr riechen)Daniel beim Italiener Nancy ist auch dabei.
  • Ruhe und Entspannung
  • „Das Fest“ von John Grisham als Hörbuch (sehr zu empfehlen, vor allem für alle Weihnachtsmuffel)
  • eine unerwartete Mitfahrgelegenheit durch einen netten Nachbarn, als wir am 26.12. unsere deutschen Freunde besuchen wollten und kein Bus kam
  • einen Anruf aus Deutschland von Freunden am 24.12. abends
  • deutsche Weihnachtsmusik
  • Was wir vermisst haben

  • Die Gospel-Night in Dresden am 24.12. um 23.00 Uhr, zu der wir schon letztes Jahr hin wollten (wir hatten unsere „Gospelmusik“ jedoch schon am 23.12. im Gottesdienst)
  • Schnee – aber nur auf Nachfrage
  • sonst nichts
  • Ihr seht also, man kann zu Weihnachten in Kenia gut (über)leben. Ist alles gar nicht schlimm – zumindest so lang man Post und Geschenke aus Deutschland bekommt.

    Vielen Dank an alle, die an uns gedacht haben, sei es durch Mail, Anrufe oder Wunschzettel-Erfüller.

    Feiertagsrätsel

    FotoLiebe Blogleser,

    falls ihr euch vom Geschenke ein- und auspacken erholen, die überschüssigen Kalorien aus den Festtagsmahlzeiten abbauen oder einfach mal eure Ruhe vor der Familie haben wollt und einen guten Vorwand sucht: hier kommt unser ulitmatives Festtagsrätsel. Die gesuchten Antworten entstammen alle unserem kenianischen Umfeld und gibt es wirklich.

    Und so geht es:
    Gebt einfach auf die gestellten Fragen einen Tipp per Kommentar auf unserem Blog ab. Die originellsten Antworten werden gekürt. Und ab 2. Januar 2008 werden wir euch die Lösungen präsentieren.
    Natürlich könnt ihr auch auf einzelne Fragen antworten.

  • 1. Was ist ein roadrunner (Straßenrenner)?
  • 2. Warum sollten wir am 27.12. das Haus nicht verlassen?
  • 3. Warum nuckelt Daniel jeden Samstag an unserem Gartenschlauch?
  • 4. Was machen die Kenianer am Sonntag nach dem Gottesdienstbesuch am liebsten?
  • 5. Was ist in Kenia ein Broiler?
  • 6. Warum riecht es jeden Montagabend bei uns nach Popcorn?
  • 7. Wie kommt es, dass die Kenianer trotz Straßenschlamm immer saubere Schuhe haben?
  • Noch ein Tipp:
    Falls sich die Gespräche in vertrauter Familienrunde wieder mal so dahin schleppen und euch langweilen, könnte dieses Rätsel die Familienrunde erheitern und dem Weihnachtsfest eine neue Dimension verleihen. Und gleichzeitig denkt ihr an uns!!!

    Wir wünschen euch viel Spaß beim Rätseln und natürlich ein wunderschönes Weihnachtsfest ohne überflüssige Geschenken und Kalorien.
    Seid lieb miteinander und esst nicht die ganze Schokolade auf einmal.

    Eure Flechsigs

    Ein gesegnetes Haus

    Was ist das Schönste, was einer Hausangestellten passieren kann, die Christin ist?
    > Wenn sie für einen Pastor arbeitet.

    Und was ist der „Himmel auf Erden“ für eine Hausangestellte, die Christin ist?
    > Wenn sie für zwei Pastoren arbeitet.

    So ist es Jane vorgestern ergangen, als wir uns beim Abendessen unterhalten haben. Bisher hat sie noch nicht ganz verstanden, was wir hier machen (wie auch, wenn wir fast den ganzen Tag zu Hause sind und „nichts“ machen). Doch vorgestern haben wir ihr noch mal ausführlich erklärt, wozu wir nach Kenia gekommen sind und was wir vorher gemacht haben. U. a. auch, dass wir eine theologische Schule absolviert haben und (so etwas wie) Pastoren sind. Ihre Augen begannen zu leuchten und sie fing an zu lachen und zu tanzen.
    „Wenn ich krank bin, dann rufe ich euch, und ihr betet für mich. Und dann geht es mit wieder besser. – Das ist sehr gut.“

    Anders als in Deutschland genießen Pastoren hier ein sehr hohes Ansehen. Für Jane ist es also eine große Freude und Ehre, für „Pastoren“ zu arbeiten, und sie sprach uns auch gleich mit „Pastor“ an. Damit wächst natürlich auch der Anspruch an unserer Lebensführung. – Ob wir dem gerecht werden?