Hilfsaktionen
Die Pastoren der Naiobichapel leiden sehr mit ihrem Land, sie beten und fasten teilweise seit etlichen Tagen. In unmittelbarer Nähe der Gemeinde wurden 300 Familien gefunden, die ihr zu Hause (Slum) verlassen haben, und wegen den Unruhen in freier Natur übernachten. Die Pastoren riefen die ganze Gemeinde auf Decken, Lebensmittel und Wasser zu spenden, worauf wir uns gleich am frühen Morgen in das Getümmel im Supermarkt stürzten und soviel Grundnahrungsmittel eingekauft haben, wie wir bezahlen und transportieren konnten.
Hier macht sich unser Wohnort absolut bezahlt: nicht zu nah am Stadtzentrum und den Slums (beides sollen wir derzeit meiden) – sowohl Gemeinde und Supermarkt sind im Umkreis von 1 km.
Schlechter Informationsfluss
Radio, Fernsehen und Zeitungen berichten absolut lückenhaft viel zu spät über die aktuelle Situation. Wir haben es erlebt, dass die Tageszeitungen Abends im Fernsehen ihre Berichte widerrufen haben. Glücklicherweise haben wir Gemeindemitglieder in allen Bereichen (Regierung, Opposition, Sicherheitsdienste, Wirtschaft, Parlament, Polizei und Armee), die uns auf dem Laufenden halten.
Was die Medien berichten
Alltag?
Teilweise scheint es so, als käme der Alltag wieder. Am 1. Januar um 7.30 Uhr kam bei uns die Müllabfuhr, heute wurden in unserem Estate (Viertel) die Strassen gekehrt. An den leeren Obst- und Gemüseständen erkennen, dass Versorgungsketten nicht funktionieren. Dennoch haben Supemärkte geoeffnet, die Busse fahren und wir sind im Internetcafe. Morgen sollte offiziell unser erster Arbeitstag sein. Wir bezweifeln, dass es dazu kommt. Stattdessen werden wir wohl – wie gestern schon – bei der Hilfsaktion der Nairobichapel mitarbeiten.
Es bleibt also weiter spannend.
Zum Weiterlesen:
Die ausländischen Nachrichtenagenturen stellen die Lage als sehr ernst dar und weitaus realistischer als die Agenturen im Land. Darum seid ihr wahrscheinlich besser infomiert, als die Leute hier.

Heute morgen gab es auf ZEIT.de ein interessantes Interview mit einem Afrikanologen: http://www.zeit.de/online/2008/02/interview-asche-kenia
Danke, Clemens, für den Hinweis. Haben wir uns gleich tiefgeladen.