Salz der Erde

Heute haben wir zu der biblischen Aussage „Ihr seid das Salz der Erde.“ eine neue Bedeutung hinzugewonnen.

Bereits um 7.00 Uhr wachten wir verschwitzt auf und eine leichte Brise Meerluft brachte auch kaum Kühlung ins Zimmer. Und salzig-feucht war sie außerdem. Wir erwarteten unsere 300 Mitstreiter aus Nairobi um diese Zeit im Gästehaus, Gegen 10.30 Uhr traf die „Vorhut“ ein. Für afrikanische Verhältnis war die Reisebilanz gar nicht schlecht: statt 20.00 Uhr waren sie 22.00 Uhr losgekommen, von 6 Bussen haben nur 2 schlapp gemacht. Alle Insassen sind noch am Leben, Der Busfahrer ist unterwegs nicht eingeschlafen. Alle geplanten Veranstaltungen werdern um Stunden nach hinten verschoben.

Duschen war für alle Ankömmlinge Pflicht, wenn es auch nicht viel Sinn machte. Denn keiner wurde an diesem Tag wirklich sauber und hatte eine trockene Körperstelle. – Schwitzen für Jesus! Während wir unsere Salzwasser(!) -Zimmerdusche unseren Interns zur Verfügung stellten, versuchte ich mir vorzustellen, wie sich der Gebetsmarsch durch Mombasa bei 33°C, gefühlte 250 % Luftfeuchtigkeit und kein Schatten anfühlen wird. Ich kam zu dem Schluss, dass ich so was nicht mal für meinen Mann machen würde, und dass das auch für Jesus eine Außnahme bleiben soll.

Bereits um 12.30 Uhr stand ich das dritte Mal unter der Dusche. Warum, weiß ich auch nicht so genau, denn ich tauschte damit nur das körpereigene Salz gegen Meersalz aus.

Als es dann wirklich in die City nach Mombasa mit den Bussen ging, waren alle wieder durchgeschwitzt – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Meine Achseln füllten sich zusehends mit Schweiß, als Daniel und ich feststellten, unser Busfahrer ist nicht mehr ganz auf der Höhe. Entgegenkommende Auto mussten ausweichen und kleine Fahrbahnabweichungen zum Seitenstreifen waren die Regel. – Wir startenen unseren eigenen Gebetsmarsch damit bereits im Bus. Daniel marschierte zum Busfahrer, um ihn wach zu halten, ich betete.

Und wie der eigentliche Gebetsmarsch war?
Heiß, schweißig und eine Stunde kürzer. Aber dafür richtig gut:

Fazit:
Wenn ca. 400 Christen für Jesus auf die Straße gehen, kommt ganz schön viel Salz für die Erde zusammen.

Das dicke Ende kommt noch

Foto 6.15 Uhr von Oscar in seinem klimatisierten Auto abgeholt ging es gestern auf nach Mombasa – 500 km südlich von Nairobi. Mit einem Doktor der Psychologie einem Theologen und war also für die nächsten ca. 8 Stunden für interessanten Gesprächsstoff gesorgt. Der einstündige Berufsverkehrstau durch Nairobi fiehl dabei weniger ins Gewicht, auch nicht der heftige Regenschauer zwischendurch oder die immer wiederkehrenden „bumbs“ („Entschleunigungshuckel“ auf der Straße) machten uns wenig aus. die Landschaft mit urwüchsigen Bäumen, Bergen und trockener Steppe zog an uns vorbei – und wir fühlten uns privelegiert, nicht mit den anderen im unklimatisierten Bus über Nacht nach Mombasa zu fahren, wo die „Msafara-Tour“ losgehen sollte. Mit Wollsocken und Jacke, dazu frischgebackener Kuchen ließen wir es uns gut gehen. 21,5 °C Innentemperatur, 33°C Außentemperatur.

Foto FotoIm Hotel, wo die „Herrschaften“ (Bischhöfen und Leiter) übernachten angekommen, traf uns erstmal der klimatische Schlag – gefühlte Luftfeuchtigkeit: 200%! Doch mit einem Platz an der Strandbar und einer frischen Brise kam für uns doch eher Urlaubsstimmung auf. An eine Dienstreise haben uns nur die Gespräche erinnert.

Nach einer guten Stunde ging es dann in unser Quartier. Leider. Quer durch Mombasa zu der Fähre mit Gedion, unserem Kollegen. Und dort wich die entspannte Stimmung einem minütlich wachsendem Unmut. Erst stand unser Auto angeblich in der falschen Reihe, was zur Folge hatte, das wir uns wieder hinten anstellen mussten. Und dann hat der „Chef“ dort beschlossen, mal keine Autos mehr auf die Fähre zu lassen. Im 1/4 Stundentakt kamen schöne große Fähren, um eine Wasserstraße von von 500 m zu überbrücken. – Und wir haben gewartet. Und geschwitzt. Und gewartet.
Tausende von Menschen durften mitfahren. Wir nicht. Weil wir ein Auto hatten. 1 1/2 Stunden (gefühlt 3 Stunden) Standen wir abends an der Fähre rum, zum geduldig sein verurteilt und mit hungrigem Magen. Erst als sich ein Mob ärgerlicher Leute langsam auf den „Chef“ zu stürzen begann, gab er widerwillig und mit einem Schwall ärgerlichen Swahili-Worten nach und ließ uns auf die Fähre.

Dass es im „Gästehaus“ nur Reis mit Bohnen gab, viel weniger ins Gewicht, doch auch der Versuch am Strand noch etwas abzuschalten, schlug fehl. Wasser weg (Ebbe), Viele, große Steine und ein Wachmann, der uns postwendend zurückholte, weil es zu unsicher sei machten unser Vorhaben zu nichte. Statt dessen gingen wir ins Bett – und schwitzen weiter, während wir von einem Auto mit Klimaananlage träumten.

Auf ins Fernsehen

Nachdem in den vergangenen Tagen die Köpfe des Caravan of Hope hier und da in Radio und Fernsehen aufgetaucht sind, wurde die Initiative gestern offiziell vorgestellt. Das ist Teil der Strategie, um die Medien positiv mit einzubeziehen.
Gestern also die „Media Launch“: eine Pressekonferenz mit medienwirksamen Persönlichkeiten (Bischöfe), symbolische Übergabe eines Hygienepacks von UNICEF, Abfahrt eines der „Msafara-Busse“, T-Shirts für die Journalisten und ein Buffet.
Nur kurz habe ich daran gedacht, die Branche zu wechseln…

Ich bete jetzt, braucht ihr was?

Ein kleiner Junge sagte zu seinen Eltern: „Ich bete jetzt, braucht ihr was?“

Diesen Satz entdeckten wir auf der Februarseite unsers Kalenders, den wir von Freunden aus Deutschland geschenkt bekommen haben.

Hier sind in Auszügen die Dinge, die wir für den Msafara brauchen, für die wir gebetet haben – und die Antworten von Gott:

Was wir brauchen:

  • 4 Containerladungen Nahrungsmittel
  • ausgestattete Büroräume für 40 Leute
  • 100.000 Hilfspakete für Flüchtlinge
  • viel, viel Geld
  • Unterkunft an den einzelnen Msafara-Stationen für ca. 300 – 500 Personen

  • Was geschenkt bekommen haben (innerhalb von 3 Wochen)

  • 1 Containerladung Nahrungsmittel
  • Büroräume für 40 Leute
  • Computer, Drucker
  • 2 LKWs zum Transport für die 100.000 Hygienepacks
  • 1000 l Diesel für Busse und LKWs (vielleicht bezahlt Shell sogar alles)
  • 1 Radiosender, der kostenlos berichtet und Werbung macht
  • 1 Fernsehsender, der kostenlos berichtet und Werbung macht
  • 15.000 Hygienepacks für Flüchtlinge (es sollen 100.000 werden)
  • ca. 100.000 € Spenden aus aller Welt (USA, Australien,…)
  • Viele Ermutigung, Gebetsunterstützung, Besucher auf dem Msafara-Blog

  • Der Preis, den die Mitarbeiter bezahlen:

  • 7 Tage in der Woche arbeiten, rund um die Uhr – im wahrsten Sinne des Wortes
  • ein Höchstmaß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft
  • 7 Tage Fasten
  • mindestens eine durchwachte (Gebets-)Nacht
  • zum Msafara dabei sein auf eigene Kosten (ca. 200 € pro Person)
  • Msafara – Wheels of Hope

    Msafara

    Was bei uns los ist? Msafara!
    Heißt so viel wie: „Konvoi“ Und das wird es auch: ein Konvoi, der für Hoffnung steht.

    Vom 7. – 17. März wird der Konvoi durch Kenia unterwegs sein – hauptsächlich in die Städten, wo die Gewalt am schlimmsten war. Es ist eine Initiative der Chapel-Familiy (Nairobi Chapel und Tochtergemeinden), die mittlerweile nationale Ausmaße annimmt. Alle großen Kirchen- und Gemeindeverbände stehen dahinter und bringen sich mit ein. Hunderte Pastoren, Pfarrer, Bischöfe werden teilnehmen, daneben viele Freiwillige, die mit Opfern beten, ihnen Trost spenden und ihnen rein materiell helfen – in Form von sog. Hygienepacks.

    Wir werden das tun, was nur Kirchen tun können: Hoffnung bringen, Versöhnung und Vergebung. Vor den Wahlen haben Politiker Magier ins Land bestellt, damit sie Stimmen bekommen. Interessanterweise ist die Gewalt in den Städten, die diese besucht haben, am schlimmsten gewesen. Sie haben Altäre aufgebaut und Mächten geopfert, Menschen sind zu Agenten des Bösen geworden. Aus dem Kampf um Wählerstimmen scheint ein geistlicher Kampf geworden zu sein. (Eph. 6), der nur mit geistlichen Mitteln bestritten werden kann.

    Dafür gibt es Msafara. In den nächsten Tagen werden wir nach und nach berichten. Wer es ganz eilig hat, kann schon mal den Msafara-Blog (Wer den wohl erstellt hat?) oder die Msafara-Homepage besuchen.

    Infiziert

    Dass es in Afrika viele und große Bakterien und Viren gibt, ist weithin bekannt. Aber dass dieses Viehzeug sich auch auf technischem Gebiet unglaublich rasant vermehrt war mir nicht bewusst. Bis gestern.
    Da habe ich mir einen USB-Stick von einem netten Kollegen ausgeliehen. Doch bevor wir die Dateien darauf speichern konnten, mussten wir 400 Vieren entfernen. Das ist kein Schreibfehler. 400! So viel gibts wahrscheinlich in keinem deutschen Krankenhaus und in keiner deutschen Computerfirma.

    Um so erstaunter war eine andere Kollegin, dass sich auf meinem USB-Stick kein einziger Virus befand. – Apple machts möglich! 🙂

    Das war die Krönung

    1. Krönung
    Gestern wurde ich endlich gekrönt. – Von Nelson, meinem Zahnarzt. Mit anderen Worten, meine Zahnweh-Story hat jetzt offiziell ein Ende, wofür ich sehr dankbar bin.

    2. Krönung
    Vom Zahnarzt ging es gleich weiter zu einer Schule, die Flüchtlingskinder beherrbergt. Diese Schule steht irgendwo weit nach Nairobi auf einem Hügel, mit afrikanischer Verkehrsanbindung. D.h. es fahren nur wenige Matatus diese Strecke, was widerum heißt, dass die wenigen Matatus mehr als voll sind. Dabei hatte ich einen neuen persönlichen Rekord zu verzeichnen: wir waren 24 Personen in einem Nissankleinbus (der in Deutschland weithin als Neunsitzer bekannt ist).
    Nach verlassen des Matatus wurde ich zum krönenden Abschluss vo selbigen Gefährt noch so richtig eingestaubt (die Straße ist nicht asphaltiert), dass es zwischen den Zähnen nur so geknirscht hat.

    3. Krönung
    Als ich am Abend meine nicht nur wohlverdiente, sondern auch sehr notwendige Dusche nehmen wollte, kam kein Wasser aus dem Hahn. Und das, obwohl unser Wassertank voll war. Daniel versuchte mit schniefender Nase (wegen seiner Erkältung) und missmutiger Laune (er muss was kompliziertes für Oscar ausarbeiten) am Wasserhahn rumzudoktern, was jedoch trotz mehr oder weniger guten Willens ohne Erfolg blieb.
    Da in in der Küche noch ein funktionstüchtiger Wasserhahn vorhanden war, konnte ich mir wenigstens einen Topf mit Wasser für eine „Handdusche“ erwärmen.

    Während ich so langsam einschlief, fiel mir auf, dass viele meiner Haupttätigkeiten darin bestehen, Situationen zu bewältigen, die mir in Deutschland völlig fremd sind.

    „Ladies & Gentlemen…

    … hier kommen die Interns und Patoral Trainees 2008.“

    11 junge Frauen und 10 junge Männer kamen während diesen Worten und unter Applaus der Gemeinde auf die Bühne, um offiziell in ihrem neuen „Amt“ begrüßt und eingeführt zu werden. Und das Bewegende daran ist: wir 21 Neuen sind eine Gebetserhörung. Oscar und sein Team haben für 20 Interns gebeten – und jetzt sind sie da.
    (Wer soll da noch zweifeln, dass es nächstes Jahr 80 sein werden?)

    Dresscode (Kleiderordnung) für diesen Sonntag:
    Schwarze Hosen für Männer
    Schwarzer Rock für Frauen (musste extra noch einen kaufen, weil es da keine Kompromisse gab)
    Einen Kanga (afrikanisches Tuch) über die Schulter
    Barfuß!

    Als symbolischen Akt wurden wir auf der Bühne beschuht – jeder bekam afrikanische Sandalen mit denen er nun losgehen kann.
    Ein tiefsinniges Zeichen, wie ich meine. Ich fühle mich hier ziemlich barfüßig, d.h. wenig ausgerüstet und abgesichert. Und die Schuhe, die wir bekamen, waren unbequem und nicht viel mehr als eine harte Gummisole. Wer sich einmal an seine Birkenstocks (im wörtlichen und übertragenen Sinn) gewöhnt hat, will sie normalerweise nicht mehr eintauschen. Doch wir mussten sie tatsächlich zu Hause lassen, da kein Platz mehr im Koffer war. Und jetzt erleben wir, wie Gott und Wege ebnet, auch wenn wir manchmal Blasen an den Füßen bekommen und wir nicht ganz trittsicher sind. – Mit Birkenstocks hätten wir das sicher nicht erlebt. 🙂

    Ein paar Sonntagsimpressionen zum Großklicken:

    Interns und Pastoral-Trainees
    Interns & Pastoral-Trainees 2008

    Nr. 2
    Zum Zweiten

    benson.JPG
    Kanga anziehen

    aaron.JPG
    Das Extra-„Sonntagsblatt“ wir aufmerksam studiert

    Sandalen
    Welcher war meiner?

    ???

    Und das war mein Job in den letzten zwei Tagen:
    Informationen sammeln in und über das Flüchtlingslager, in dem ich am Montag war. Ich sah dort viele Kinder, die dort umherliefen, sich langweilten oder in de Schule gehen wollten. (ja, so was gibt es tatsächlich). Darum wollte ich eine Frau der Tat sein und für Bildung und geistliches Wohlergehen der Kinder sorgen, sprich für Schule und Kinderstunden sorgen.

    Und das waren meine Fragen und die Antworten, die ich dort bekommen habe:

    1. Gibt es hier Kinderstunden, die von christlichen Organisationen oder Gemeinden organisiert werden?
    “ Hier gibt es überhaupt nichts in der Richtung. Wir würden uns sehr freuen, wenn du damit beginnen würdest.“
    „Hier gab es was, die Leute kamen ein paar mal, aber jetzt ist nichts mehr.“
    „Natürlich, hier kommen Leute her, jeden Tag von Montag bis Samstag machen sie ein Programm für die Kinder. Ich glaube von der Pfingstgemeinde.“

    2. Wieviele Kinder leben hier im Lager?
    „450“
    „200 – 300“
    „Das wechselt ständig.“
    „600“

    3.Wer ist für den Kinderbereich veratwortlich?“
    „Da musst du im Kinderbüro fragen.“ (sagt man mir im Hauptbüro)
    „Da musst du im Hauptbüro Fragen.“ (sagt man mir im Kinderbüro)

    Foto4. Werden die Kinder hier unterrichtet?
    „Ich würde gern in die Schule gehen, habe aber keine Uniform.“ (sagt ein älters Kind.)
    „Hier gibt es 150 Kinder, die als Schüler registriert sind. Und wir unterrichten sie.“ (sagt eine Lehrerin)
    Was ich jedoch sehe: eine Klasse von ca. 20 4-5 jährigen sitzt auf dem Boden mit Heften. eine Frau sitzt auf einem Baumstumpf. Sie ist die Lehrerin.

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