6.15 Uhr von Oscar in seinem klimatisierten Auto abgeholt ging es gestern auf nach Mombasa – 500 km südlich von Nairobi. Mit einem Doktor der Psychologie einem Theologen und war also für die nächsten ca. 8 Stunden für interessanten Gesprächsstoff gesorgt. Der einstündige Berufsverkehrstau durch Nairobi fiehl dabei weniger ins Gewicht, auch nicht der heftige Regenschauer zwischendurch oder die immer wiederkehrenden „bumbs“ („Entschleunigungshuckel“ auf der Straße) machten uns wenig aus. die Landschaft mit urwüchsigen Bäumen, Bergen und trockener Steppe zog an uns vorbei – und wir fühlten uns privelegiert, nicht mit den anderen im unklimatisierten Bus über Nacht nach Mombasa zu fahren, wo die „Msafara-Tour“ losgehen sollte. Mit Wollsocken und Jacke, dazu frischgebackener Kuchen ließen wir es uns gut gehen. 21,5 °C Innentemperatur, 33°C Außentemperatur.
Im Hotel, wo die „Herrschaften“ (Bischhöfen und Leiter) übernachten angekommen, traf uns erstmal der klimatische Schlag – gefühlte Luftfeuchtigkeit: 200%! Doch mit einem Platz an der Strandbar und einer frischen Brise kam für uns doch eher Urlaubsstimmung auf. An eine Dienstreise haben uns nur die Gespräche erinnert.
Nach einer guten Stunde ging es dann in unser Quartier. Leider. Quer durch Mombasa zu der Fähre mit Gedion, unserem Kollegen. Und dort wich die entspannte Stimmung einem minütlich wachsendem Unmut. Erst stand unser Auto angeblich in der falschen Reihe, was zur Folge hatte, das wir uns wieder hinten anstellen mussten. Und dann hat der „Chef“ dort beschlossen, mal keine Autos mehr auf die Fähre zu lassen. Im 1/4 Stundentakt kamen schöne große Fähren, um eine Wasserstraße von von 500 m zu überbrücken. – Und wir haben gewartet. Und geschwitzt. Und gewartet.
Tausende von Menschen durften mitfahren. Wir nicht. Weil wir ein Auto hatten. 1 1/2 Stunden (gefühlt 3 Stunden) Standen wir abends an der Fähre rum, zum geduldig sein verurteilt und mit hungrigem Magen. Erst als sich ein Mob ärgerlicher Leute langsam auf den „Chef“ zu stürzen begann, gab er widerwillig und mit einem Schwall ärgerlichen Swahili-Worten nach und ließ uns auf die Fähre.
Dass es im „Gästehaus“ nur Reis mit Bohnen gab, viel weniger ins Gewicht, doch auch der Versuch am Strand noch etwas abzuschalten, schlug fehl. Wasser weg (Ebbe), Viele, große Steine und ein Wachmann, der uns postwendend zurückholte, weil es zu unsicher sei machten unser Vorhaben zu nichte. Statt dessen gingen wir ins Bett – und schwitzen weiter, während wir von einem Auto mit Klimaananlage träumten.
