We are family

Familientreffen der Nairobi Chapel Gemeinden.
In der letzten Woche kamen alle hauptberuflichen Mitarbeiter der 7 Chapel-Gemeinden zusammen. Und wir staunen, was sich bzw. Gott alles getan hat. Hier ein paar Fakten:

  • 1992 hat Oscar mit einer Hand voll Leute Nairobi Chapel angefangen.
  • Heute gehen Jeden Sonntag durchschnittlich insgesamt 12.000 Menschen in einen Nairobi Chapel-Gottesdienst (Bei der Teilung 2005 waren es ca. 4000).
  • Das sind 2,5% der Bevölkerung Nairobis, die allein in eine Chapel Gemeinde gehen.
  • Mehr als 150 Leute arbeiten hauptberuflich der Chapel Family.
  • Wir haben also allen Grund zum Feiern – und das haben wir auch. Gott hat Großes getan, und es sieht nicht so aus, als ob er demnächst damit aufhören möchte.

    Einen Wermutstropfen gibt es allerdings für mich: Nairobi ist nicht Deutschland! Ich möchte das in Deutschland auch erleben! – Wer macht mit?

    (Groß-)Familientreffen

    FotoGestern hatten wir Nairobi Chapel-Familientreffen. Und da kommen schnell mal über 100 Leute zusammen, allein wenn nur die Angestellten und Praktikanten teilnehmen. Ist auch kein Wunder, bei 7 Tochtergemeinden, die selbst auch schon wieder Gemeinden gründen. Wir haben einen Tag gemeinsam verbracht, um zu hören was in den Gemeinden gerade so los ist. – Und da ist eine Menge los:

  • Die Lifespring Gemeinde hat vor 4 Wochen in einer Bar selbst eine Gemeindegründung angefangen und gleichzeitig auch eine Leiterschaftsschulung, die jeder Leiter durchlaufen muss.
  • Die Mavuno-Downtown Gemeinde wächst sehr schnell – und braucht darum mehr Platz
  • Die Mavuno Gemeinde (wo wir gerade sind) zieht in 4 Wochen auf das Gelände eines Autokinos um und betreut in ihrem 10 wöchigen Gemeinde-Einsteigerkurs gerade ca. 100 Leute, die auch noch Geld dafür bezahlen
  • Die Mashariki Gemeinde wächst seit ihrem Umzug und hat viele ehrenamtliche Mitarbeiter
  • Die Karura Gemeinde hat in den letzen Monaten 500 Flüchtlinge aufgenommen und betreut, außerdem bauen sie gerade eine Fußballmanschaft auf, die hier in der Landesliega spielen soll.
  • Die Kileleshwa Gemeinde hat in der Landeskrise zusammen mit Celtel, einem der führenden Mobilfunkanbieter, eine Telefonseelsorge initiiert, 5.000 Anrufe wurden entgegengenommen, einige Menschen sind Christen geworden
  • Die gute Musik und das leckere Essen waren dann nur noch das I-Tüpfelchen für den gelungenen Tag.

    Salz der Erde

    Heute haben wir zu der biblischen Aussage „Ihr seid das Salz der Erde.“ eine neue Bedeutung hinzugewonnen.

    Bereits um 7.00 Uhr wachten wir verschwitzt auf und eine leichte Brise Meerluft brachte auch kaum Kühlung ins Zimmer. Und salzig-feucht war sie außerdem. Wir erwarteten unsere 300 Mitstreiter aus Nairobi um diese Zeit im Gästehaus, Gegen 10.30 Uhr traf die „Vorhut“ ein. Für afrikanische Verhältnis war die Reisebilanz gar nicht schlecht: statt 20.00 Uhr waren sie 22.00 Uhr losgekommen, von 6 Bussen haben nur 2 schlapp gemacht. Alle Insassen sind noch am Leben, Der Busfahrer ist unterwegs nicht eingeschlafen. Alle geplanten Veranstaltungen werdern um Stunden nach hinten verschoben.

    Duschen war für alle Ankömmlinge Pflicht, wenn es auch nicht viel Sinn machte. Denn keiner wurde an diesem Tag wirklich sauber und hatte eine trockene Körperstelle. – Schwitzen für Jesus! Während wir unsere Salzwasser(!) -Zimmerdusche unseren Interns zur Verfügung stellten, versuchte ich mir vorzustellen, wie sich der Gebetsmarsch durch Mombasa bei 33°C, gefühlte 250 % Luftfeuchtigkeit und kein Schatten anfühlen wird. Ich kam zu dem Schluss, dass ich so was nicht mal für meinen Mann machen würde, und dass das auch für Jesus eine Außnahme bleiben soll.

    Bereits um 12.30 Uhr stand ich das dritte Mal unter der Dusche. Warum, weiß ich auch nicht so genau, denn ich tauschte damit nur das körpereigene Salz gegen Meersalz aus.

    Als es dann wirklich in die City nach Mombasa mit den Bussen ging, waren alle wieder durchgeschwitzt – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Meine Achseln füllten sich zusehends mit Schweiß, als Daniel und ich feststellten, unser Busfahrer ist nicht mehr ganz auf der Höhe. Entgegenkommende Auto mussten ausweichen und kleine Fahrbahnabweichungen zum Seitenstreifen waren die Regel. – Wir startenen unseren eigenen Gebetsmarsch damit bereits im Bus. Daniel marschierte zum Busfahrer, um ihn wach zu halten, ich betete.

    Und wie der eigentliche Gebetsmarsch war?
    Heiß, schweißig und eine Stunde kürzer. Aber dafür richtig gut:

    Fazit:
    Wenn ca. 400 Christen für Jesus auf die Straße gehen, kommt ganz schön viel Salz für die Erde zusammen.

    Auf ins Fernsehen

    Nachdem in den vergangenen Tagen die Köpfe des Caravan of Hope hier und da in Radio und Fernsehen aufgetaucht sind, wurde die Initiative gestern offiziell vorgestellt. Das ist Teil der Strategie, um die Medien positiv mit einzubeziehen.
    Gestern also die „Media Launch“: eine Pressekonferenz mit medienwirksamen Persönlichkeiten (Bischöfe), symbolische Übergabe eines Hygienepacks von UNICEF, Abfahrt eines der „Msafara-Busse“, T-Shirts für die Journalisten und ein Buffet.
    Nur kurz habe ich daran gedacht, die Branche zu wechseln…

    5 Mal täglich

    Ich sitze gerade im Bus als die SMS kommt. „Möchte Euch heute 9.30 treffen…“ Euch, das sind Gideon, Sarah und ich. Wir drei sind Teil von Oscars Kerntruppe beim Caravan of Hope und bekommen jetzt Sonderaufgaben: der Msafara Blog braucht 5 Updates – TÄGLICH: täglich neue Fotos, täglich neue Gebetsanliegen, täglich neue Links (zu lokalen und internationalen Zeitungen), täglich neue Infos über den Caravan und täglich eine neue „Story of Hope“ – die muss man erst mal schreiben!

    Aha. Dann mal los. Die Arbeit zahlt sich aus: täglich haben wir 500 Zugriffe aus aller Welt. Deshalb muss auch alle Welt täglich informiert werden – am besten 5 Mal täglich 😉

    Das ist Arbeit, fordert heraus – und macht Spaß. Selten eine so aktuelle Internetseite gesehen: Msafara Blog

    Ich bete jetzt, braucht ihr was?

    Ein kleiner Junge sagte zu seinen Eltern: „Ich bete jetzt, braucht ihr was?“

    Diesen Satz entdeckten wir auf der Februarseite unsers Kalenders, den wir von Freunden aus Deutschland geschenkt bekommen haben.

    Hier sind in Auszügen die Dinge, die wir für den Msafara brauchen, für die wir gebetet haben – und die Antworten von Gott:

    Was wir brauchen:

  • 4 Containerladungen Nahrungsmittel
  • ausgestattete Büroräume für 40 Leute
  • 100.000 Hilfspakete für Flüchtlinge
  • viel, viel Geld
  • Unterkunft an den einzelnen Msafara-Stationen für ca. 300 – 500 Personen

  • Was geschenkt bekommen haben (innerhalb von 3 Wochen)

  • 1 Containerladung Nahrungsmittel
  • Büroräume für 40 Leute
  • Computer, Drucker
  • 2 LKWs zum Transport für die 100.000 Hygienepacks
  • 1000 l Diesel für Busse und LKWs (vielleicht bezahlt Shell sogar alles)
  • 1 Radiosender, der kostenlos berichtet und Werbung macht
  • 1 Fernsehsender, der kostenlos berichtet und Werbung macht
  • 15.000 Hygienepacks für Flüchtlinge (es sollen 100.000 werden)
  • ca. 100.000 € Spenden aus aller Welt (USA, Australien,…)
  • Viele Ermutigung, Gebetsunterstützung, Besucher auf dem Msafara-Blog

  • Der Preis, den die Mitarbeiter bezahlen:

  • 7 Tage in der Woche arbeiten, rund um die Uhr – im wahrsten Sinne des Wortes
  • ein Höchstmaß an Flexibilität und Einsatzbereitschaft
  • 7 Tage Fasten
  • mindestens eine durchwachte (Gebets-)Nacht
  • zum Msafara dabei sein auf eigene Kosten (ca. 200 € pro Person)
  • Einblick ins Msafara-Büro

    Gebetstreffen
    Die Arbeitswoche beginnt mit Gebet und Treffen der Leiter. Hier werden die wichtigsten Entscheidungen getroffen. Schwerpunkt diese Woche: Strategiewechsel. Es sind nur noch 10 Tage bis zum Msafara, jetzt können wir nicht mehr „networken“, jetzt geht es darum die wichtigsten und letzten Ziele zu erreichen. „Was ist das Herzstück von Msafara?“ fragt uns Oscar? Die Frage hilft, die Kernanliegen im Auge zu behalten.

    Herzstück des Büros
    Hier ist die Zentrale: Oscars Büro – gut, dass er so viel unterwegs ist. So kann ich es mir darin bequem machen…

    Schreibtisch des Media-Teams
    Das Media-Team ist diese Woche voll gefordert. Sämtliche Radio- und TV-Spots laufen an. Zehntausende Flyer wurden bereits gedruckt.

    Strategie
    Das Whiteboard ist vollgeschrieben mit Ansprechpartnern von Radio- und Fernsehstationen. Unglaublich, wie viele Kontakte die haben! In einer Situation wie jetzt zahlt sich das voll aus.

    Msafara – Wheels of Hope

    Msafara

    Was bei uns los ist? Msafara!
    Heißt so viel wie: „Konvoi“ Und das wird es auch: ein Konvoi, der für Hoffnung steht.

    Vom 7. – 17. März wird der Konvoi durch Kenia unterwegs sein – hauptsächlich in die Städten, wo die Gewalt am schlimmsten war. Es ist eine Initiative der Chapel-Familiy (Nairobi Chapel und Tochtergemeinden), die mittlerweile nationale Ausmaße annimmt. Alle großen Kirchen- und Gemeindeverbände stehen dahinter und bringen sich mit ein. Hunderte Pastoren, Pfarrer, Bischöfe werden teilnehmen, daneben viele Freiwillige, die mit Opfern beten, ihnen Trost spenden und ihnen rein materiell helfen – in Form von sog. Hygienepacks.

    Wir werden das tun, was nur Kirchen tun können: Hoffnung bringen, Versöhnung und Vergebung. Vor den Wahlen haben Politiker Magier ins Land bestellt, damit sie Stimmen bekommen. Interessanterweise ist die Gewalt in den Städten, die diese besucht haben, am schlimmsten gewesen. Sie haben Altäre aufgebaut und Mächten geopfert, Menschen sind zu Agenten des Bösen geworden. Aus dem Kampf um Wählerstimmen scheint ein geistlicher Kampf geworden zu sein. (Eph. 6), der nur mit geistlichen Mitteln bestritten werden kann.

    Dafür gibt es Msafara. In den nächsten Tagen werden wir nach und nach berichten. Wer es ganz eilig hat, kann schon mal den Msafara-Blog (Wer den wohl erstellt hat?) oder die Msafara-Homepage besuchen.

    „Ladies & Gentlemen…

    … hier kommen die Interns und Patoral Trainees 2008.“

    11 junge Frauen und 10 junge Männer kamen während diesen Worten und unter Applaus der Gemeinde auf die Bühne, um offiziell in ihrem neuen „Amt“ begrüßt und eingeführt zu werden. Und das Bewegende daran ist: wir 21 Neuen sind eine Gebetserhörung. Oscar und sein Team haben für 20 Interns gebeten – und jetzt sind sie da.
    (Wer soll da noch zweifeln, dass es nächstes Jahr 80 sein werden?)

    Dresscode (Kleiderordnung) für diesen Sonntag:
    Schwarze Hosen für Männer
    Schwarzer Rock für Frauen (musste extra noch einen kaufen, weil es da keine Kompromisse gab)
    Einen Kanga (afrikanisches Tuch) über die Schulter
    Barfuß!

    Als symbolischen Akt wurden wir auf der Bühne beschuht – jeder bekam afrikanische Sandalen mit denen er nun losgehen kann.
    Ein tiefsinniges Zeichen, wie ich meine. Ich fühle mich hier ziemlich barfüßig, d.h. wenig ausgerüstet und abgesichert. Und die Schuhe, die wir bekamen, waren unbequem und nicht viel mehr als eine harte Gummisole. Wer sich einmal an seine Birkenstocks (im wörtlichen und übertragenen Sinn) gewöhnt hat, will sie normalerweise nicht mehr eintauschen. Doch wir mussten sie tatsächlich zu Hause lassen, da kein Platz mehr im Koffer war. Und jetzt erleben wir, wie Gott und Wege ebnet, auch wenn wir manchmal Blasen an den Füßen bekommen und wir nicht ganz trittsicher sind. – Mit Birkenstocks hätten wir das sicher nicht erlebt. 🙂

    Ein paar Sonntagsimpressionen zum Großklicken:

    Interns und Pastoral-Trainees
    Interns & Pastoral-Trainees 2008

    Nr. 2
    Zum Zweiten

    benson.JPG
    Kanga anziehen

    aaron.JPG
    Das Extra-„Sonntagsblatt“ wir aufmerksam studiert

    Sandalen
    Welcher war meiner?

    Was eine Predigt alles bewirken kann

    Er fährt einen Toyota Landcruiser, der so hoch ist, das man hinaufklettern muss um reinzukommen. Er trägt Hemden mit Manschettenknöpfen, sein Bauch und seine gepflegte Erscheinung verraten, dass er nicht zur kenianischen Durchschnittsbevölkerung gehört. Er ist Geschäftsmann und Farmer, hat Frau und drei Kinder, ist Christ und Gemeindemitglied. Die Predigt am Sonntag hat ihn herausgefordert. Er weiß, dass er Verantwortung gegenüber den Armen und Geflohenen seines Volkes hat. Die will er nun als ehrenamtlicher Helfer wahrnehmen. Und nun sitze ich in seinem Toyota neben ihm, wir sind auf dem Weg zu einem Flüchtlingslager und er sagt mir: „Ich habe Angst. Ich weiß nicht, was ich dort sagen soll.“

    Wir sind unterwegs als ein Team von Seelsorgern und ehrenamtlichen Helfern von der Gemeinde. Unser simpler Auftrag ist: zuhören, ermutigen, verstehen. Bei den Flüchtlingen angekommen teilen wir uns in kleine Teams auf und ziehen los. Wir hören Lebensgeschichten, sehen Menschen auf gepackten Taschen bzw. Säcken sitzen. Ein neun Monate alter Junge schläft auf der Tasche seiner Mutter, denn Matratzen gibt es nicht. Alle hoffen nur auf das eine: bald zurück in der Heimat zu sein.

    Drei Stunden später treffe ich meine meinen „Chauffeur“ wieder. Obwohl er noch kein Wort gesprochen hat, sehe ich ihm an: er ist schockiert. Das Wasser steht ihm in den Augen und er schüttelt den Kopf. So etwas hat er noch nicht gesehen. Da, wo während Landwirtschaftmessen Tiere untergebracht sind, hausen nun Menschen. Es sind Boxen für Pferde und Kühe mit einem notdürftigen Dach.

    Zurück im Auto sagt er zu mir: „Meine Probleme sind nichts im Vergleich zu denen der Leute hier. Sie haben gar nichts mehr, nicht mal eine Matratze, und wenn es regnet, werden sie nass.“

    Nach dieser Erfahrung kann nicht länger in seiner heilen Welt leben und alles andere ignorieren. Er will helfen und handeln, am besten heute noch.

    Obwohl er mir etwas Leid tut, freue ich mich. Genau solche Leute braucht Kenia. Die ihr gut bewachtes Grundstück verlassen und sich der Verantwortung stellen. Die ihre dicken Autos stehen lassen und losgehen. Was eine Predigt alles bewirken kann….