Morgen, Kinder wird’s was geben…

… nämlich was zwischen die Zähne, zum Kauen und Schmecken. Dann ist unsere erste 5-tägige Fastenzeit zu Ende. Unsere Kaumuskeln sind schon ganz schlaff, wir werden sicher morgen Muskelkater bekommen. 😉
Wir wurden quasi zum Fasten verpflichtet als Nairobichapel-Mitarbeiter. Mit gefangen – mitgefastet.

Ihr glaubt gar nicht, wie sensibel man für sämtliche Gerüche wird, und wie unglaublich verführerisch die Erdnüsse werden, die der Sitznachbar im Matatu genüsslich zu sich nimmt. Noch nie haben wir erlebt, dass Leute im Matatu essen. Doch ausgerechnet vorgestern muss sich einer mit Erdnüssen neben uns setzen. Und als an einer Haltestelle die Tür auf ging, sahen wir ein Mädchen eine Mango essen, später auf dem Weg zu unserem Haus sind wir an leckeren Bananen und Tomaten vorbei gelaufen und irgendwo hat jemand leckeres Essen gekocht…. Während ich das schreibe, weht mir gerade eine Brise von gegrilltem Maiskolben um die Nase.

Ja, wir verwöhnten Deutschen tun uns schon schwer, wenn das geliebte Essen ausbleibt. Doch uns tröstet, dass alle Mitarbeiter in diesen Tagen gegen Hunger und Appetit zu kämpfen haben. Außer vielleicht Rosi und Janet, die fasten auch gleich mal 40 Tage ohne eine Mahlzeit am Tag.Wir haben immerhin einen Salat abends gegessen, doch das haben wir den beiden besser nicht verraten.

Die Fastenfolgen:
Daniels Rippen lassen sich jetzt noch besser zählen, und Nancys Hosen sitzen lockerer. Wir werden die nächsten Tage das deutsche Brot nicht vermissen und das Toastbrot hier genießen. Wir haben Geld gespart. Und wir werden es wieder machen (müssen).

Wie geht es weiter?

Am Montag haben wir ein Interview bzw. Bericht von BBC angehört, der uns schockiert hat. Eine britische Reporterin hat 18-jährige Männer in den Krisenherden befragt. Die Antworten waren erschütternd. Einer der Befragten zündete die Häuser seiner Nachbarn an, und er will es auch wieder tun. Seine Worte waren nur so von Hass erfüllt. Er ist überzeugt, das er das Richtige tut. Und er bekommt auch Unterstützung von den Ältesten der Stadt. So lange sie nicht intervenieren, wird die Gewalt weitergehen, denn sie haben die Macht über die Menschen. Begründet wird die Gewalt damit, das die Kikujus von der Kibaki-Regiergung die letzten 5 Jahre bevorzugt wurden. Doch in meinen Augen ist das mehr als fragwürdig, denn die Nutznieser der korrupten Regierung leben nicht in Nakuro oder Eldoret. Es sind nicht die einfachen Menschen, sondern Regierungsbeamte, die wahrscheinlich hier in Nairobi leben, wo es relativ sicher ist.

Was tut die Nairobi Chapel?
Das geplante Programm läuft nun an, eine Webside zu dem „Caravan of Hope“ ist in Arbeit (die Daniel verantwortet), das Gelände der Gemeinde wird für Flüchtlinge vorbereitet und mit den wichtigen Kirchenvertretern gesprochen. Von USA und Australien sind bereits Großspenden eingetroffen, damit der „Caravan of Hope“ realisiert werden kann.
Da wir uns in Nairobi nach wie vor frei und sicher bewegen können, können sich die Pastoren ihren Aufgaben voll widmen. Ein neues Büro wird gerade eingerichtet, damit die für die Aktion freigestellten Leute Raum und Arbeitsmittel haben.

Brauchen wir Hilfe?
Weiter für uns zu beten ist eine gute Sache. Daniel arbeitet nun eng mit Oscar zusammen, und er sorgt immer dafür, dass man mehr als genug Arbeit hat.

  • Außerdem redet er schon seit Wochen davon, dass wir einen mobilen Internetempfang haben müssen, wo wir E-Mails von zu Hause abrufen können. Das ist sehr wichtig, damit der Informationsfluss gewährleistet ist und Daniel im Internet recherchieren und arbeiten kann. Das bedeutet aber, dass wir monatlich noch mehr Kosten haben, wo unser Budget schon sehr knapp ist und wir seit diesem Monat unsere Haushaltshilfe voll bezahlen müssen.
  • Desweiteren macht sich zunehmend unsere mangelnde Mobilität bemerkbar. Wir sind bisher mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs, doch auch das ist nicht immer zuverlässig, und auch sehr zeitraubend. Ein Auto würde unsere Arbeit sehr erleichtern und uns auch mehr Sicherheit geben.

    Ja, wir brauchen Hilfe.

  • Upside down

    Foto„Nichts ist so alt wie der Blogeintrag von gestern.“ Wir können uns gut vorstellen, dass die folgenden Zeilen etwas verwirrend sind. Gestern noch grosse Visionen für neue Gemeinden, heute grosse Flüchtlingsaktionen.

    Aber jetzt mal der Reihe nach. Die Situation im Land ist alles andere als ruhig. Täglich sehen wir Bilder von Mord und Totschlag. Dank Oscars Beziehungen zu Journalisten bekommen wir noch einige Hintergrundinformationen und für die Oeffentlichkeit zensierte Bilder zu Gesicht. Die Realität ist erschütternd, Menschen werden bei lebendigem Leib verbrannt. Auch wenn die Politiker sich symbolisch die Hand reichen, nehmen viele immer noch Macheten zur Hand. Es scheint, als können die Politiker bei den einfachen Menschen kaum etwas bewirken.

    Wie kann eine Gemeinde da tatenlos zusehen und scheinbar unbeirrt ihre grossen Visionen weiter verfolgen? Im spontan eingerufenen Mitarbeitertreffen wurden gestern die Pläne auf den Kopf gestellt – upside down.

    Für die nächtsten 3 Monate herrscht nun Ausnahmezustand. Sämtliche Programme, Pläne und Visionen werden ausgeschoben. Nairobichapel antwortet. Und ergreift die Initiative.

    Es gibt jetzt nur noch drei Teams für folgende Bereiche:

  • Gottesdienste
  • Die Sonntagesgottesdienste werden fortgeführt. Sie geben Orientierung und Zuversicht.

  • Flüchtlinge
  • FotoDas Grundstück von Nairobichapel ist groß genug, um einige Hundert Flüchtlinge aufzunehmen. Bis jetzt sahen wir uns dazu nicht veranlasst, weil sich das Rotes Kreuz und die Regierung darum gekümmert haben, die sich jetzt zurückziehen. Das wird eine grosse Herausforderungen: sicherheitstechnisch (unsere Zelte sind leicht abzufackeln, die Zäune halten nicht wirklich) und logistisch (wir haben kein Wasser, nur 10 Toiletten, keine Duschen oder Waschräume).

  • Medienwirksame Grossveranstaltungen
  • Das derzeitige Machtvakuum im Land schafft Raum für Anarchie. Hier sieht Nairobichapel ihre Aufgabe, Orientierung und Leitung auf nationaler Ebene zu geben. Detailliertere Informationen werden wir in den nächsten Tagen hier veröffentlichen. Nur schon mal vorab: es wird einen „Caravan of Hope“ (Friedensmarsch) geben, der, angeführt von 500 Pastoren und Gemeindeleitern, durch das ganze Land zieht.

    PS: Auf der Internetseite des Stern gibt es eine interessante Fotostrecke über die Situation in Kenia.

    The BIG Five

    Wenn man einen Kenianer fragt, was er unter „the big five“ versteht, dann antwortet er gewöhnlich: Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Flusspferd.

    Wenn man Oscar fragt, sagt er folgendes:

    1.Kinderevangelisation
    5 Mio Kinder sollen das Evangelium hören
    (50% der kenianischen Bevölkerung ist unter 15 Jahre)

    2. Eine eigene Rundfunkstation betreiben
    Radio und TV

    3. Ein eigenes Musiklable entwickeln
    Gowi produziert bereits jedes Jahr 3 CD´s

    4. Eneza-Network
    Fünf Gemeinden in Nairobi mit ca. 3000 Mitgliedern aufbauen, die gesellschaftsrelevant sind

    5. Fünf Gemeinden gründen
    Und so sollen sie sein: international, multiethnisch, biblisch fundiert, gaben orientiert,gemeindegründend, sozial engagiert
    (außerhalb des Landes)

    Diese Ziele sollen in den nächsten fünf Jahren verwirklicht werden.
    Wir arbeiten bereits daran. – Bitte nicht stören! 😎

    Hilfe, ich soll eine Gemeinde gründen!

    Wenn ab sofort die Blogeinträge sehr rar werden, dann liegt es einfach daran, dass wir mit Arbeit nur so zu geschüttet wurden und werden. Von wegen, Afrikaner haben das Arbeiten nicht erfunden.
    Ich habe 1 1/2 Tage gebraucht, um zu realisieren, was mit mir nach dem Zielfindungstreffen im Bereich Mission und Vision widerfahren ist. Und das ist es:

    Ich soll bis Ende diesen Jahres
    eine Gemeinde im Stadteil Lavington gegründet haben,
    dafür sorgen, dass 10.000 Leute dieses Jahr von Jesus hören,
    nebenbei Geld eintreiben für eine Reise nach China zu den Olympischen Spielen (Missionseinsatz) und
    13 Missionseinsätze mit organisieren, (z.T. im Ausland).
    Und das alles soll mit Exzellenz (d.h. Professionalität), Spaß und ohne Burn out geschehen.

    Natürlich bin ich damit nicht allein – Jeff ist auch noch mit in meinem Team.

    Nebenbei ist es „Pastorenpflicht“ jeden Tag richtig gut auszusehen, am besten im Kostüm (wenn ich nur wüsste, wo ich so was in Ermangelung an Zeit und Geld herbekomme) und selbstverständlich pünktlich zu den Meetings zu erscheinen, das Handy vorher(!) ausgeschaltet, und die Pflichtliteratur gelesen, verstanden und verarbeitet haben.

    Ein Land braucht Vergebung

    Dass nicht nur diejenigen das Stammesdenken (tribalism) und die Unruhen unterstützen, die die Steine werfen, ist klar. Es fängt im Kopf an, im Denken, im Reden, in den kleinen Nebenbemerkungen… Und davor ist keiner gefeit. Hier hat sich jeder schuldig gemacht. Wir wird man das wieder los? Wenn man Schuld bekennt und Vergebung zugesprochen bekommt – im Abendmahl.

    So gestern im Gottesdient. Alles drehte sich um dieses eine Thema.

    Menschen bekannten ihre Schuld – auf kleine Zettel geschrieben – im Feuer unter dem Kreuz verbrannt – als Symbol, dass sie nur dort wirklich vergeben wird – Vergebung wurde gefeiert.

    Hier sind unsere Eindrücke:

    Vergeben
    Schuld wird vergeben.

    Vergessen
    Vergessen. Ausgelöscht.

    Abendmahl
    Abendmahl – Vergebung zugesprochen bekommen.

    Lobpreis zum Abendmahl

    Vergebung feiern 2
    Vergebung feiern.

    Vergebung feiern
    Vergebung feiern – auch die Pastoren.

    Alltag?

    Habt ihr schon so was wie einen Alltag? Was macht ihr eigentlich den ganzen Tag?

    Ja, seit dieser Woche haben wir einen Arbeitsalltag.
    So sieht er aus:

  • 5.35 Uhr Ich bin wach.
  • 5.45 Uhr Mein Wecker (Handy) klingelt, aufstehen, duschen.
  • 6.00 Uhr Losung lesen und beten.
  • 6.16 Uhr mein Handy klingelt. SMS von Oscar: 7.30 Uhr Meeting im Zelt: neue Gottesdienstplanung.
  • 6.48 Uhr Jennifer, unsere Kollegin aus dem Buero ruft an, braucht Unterlagen fuer Behoerden.
  • 6.49 Uhr Nancy wecken mit dem Hinweis: Meeting im Zelt, d.h. Raus jetzt!
  • 6.55 Uhr Ich mache mich mit den Unterlagen auf den Weg zum Tor unseres Wohnviertels.
  • 6.58 Uhr AM Tor treffe ich Hussen, der am Sonntag neu im Gottesdienst war. Wir quatschen kurz, er ist auf dem Weg zur Uni.
  • 6.59 Uhr Jennifer kommt, ich gebe ihr die Unterlagen und hoffe, dass damit unsere Arbeitsgennehmigung einen Schritt weiter kommt.
  • 7.09 Uhr fruestuecken (Nancy hat’s geschafft!)
  • 7.18 Uhr wir muessten los, Fruestueck abbrechen, Zaehne putzen
  • 7.28 Wir gehen los.
  • 7.31 Mein Handy klingelt: „Wo seid ihr?“ fragt Oscar. Ups, die Deutschen sind unpuenktlich.
  • 7.37 Wir kommen am Zelt an und entschuldigen uns. Neben Oscar sind wir die ersten.
  • 7.40 Wir bekommen eine Einfuerung, wie man sich in einer Schamkultur entschuldigt (der Verkehr, der Freund, das Wetter…ist schuld). Das mag Oscar gar nicht.
  • 7.55 Gowi kommt. „Der Verkehr war heute unglaublich.“ Bekommt von Oscar einen Rueffel (Bitte nicht weitersagen! 🙂 )
  • 8.00 Oscar hat nachts ueber den gestern geplanten Gottesdienst nachgedacht und den Plan ueber den Haufen geworfen. Wir planen neu.
  • 8.45 Wir fahren zum Teammeeting bei Faith.
  • 9.30 Das Meeting beginnt puenktlich eine Stunde nach Plan. Es geht um Teambuilding: wie koennen wir gegenseitig „Waffentraeger“ sein, wer braucht welche Unterstuetzung der anderen?
  • 13.00 Mittagessen – endlich. Nach dem abgebrochenen Fruestueck sind wir doch etwas hungrig.
  • 14.00 Zum Teambuilding gehoert auch, dass jeder seine Story erzhaehlt. Heute ist Hasmik dran. Sie kommt aus Armenien, ihre Geschichte hoert sich an wie die von Georg Mueller.
  • 16.45 Treffen zu Ende, Abfahrt. Wir fahren bei Oscar mit, der noch seine Tochter von der Schule abholt.
  • 18.00 Zu Hause, Fuer die paar Km brauchen wir zur Rush Hour ueber eine Stunde. Geschafft und doch inspiriert.
  • 19.00 Abendessen.
  • 20.30 Film: Blood Diamond. Eigentlich muessten wir noch 2 Buecher lesen (Hausaufgaben fuer das ganze Team, d.h. sehr ernst nehmen … Wir werden morgen lesen.)
  • 23.00 chhrrrrr.
  • Alles klar?

    Teambuilding 2

    Nun steht es fest, wer zu unserem Team gehört: 8 Leute (+ Oscar als Leiter) von 4 verschiedenen Kontinenten, 4 Männer, 4 Frauen. Das bedeutet, wir müssen uns erstmal zusammenraufen. Ein guter Leiter macht noch nicht automatisch ein gutes Team. Darum verbringen wir gerade viel Zeit miteinander, jeder „darf“ eine Stunde über sich, seinen Werdegang, seine Vorlieben, Schwächen und Hobbies erzählen. Wenn wir das gemacht haben, werden wir uns Ziele für das kommende Jahr ausdenken. Oscar hat den Plan, einige Gemeinden hier in Nairobi zu gründen. Ende des Jahres werden sollen die ersten begonnen sein… Klingt in deutschen Ohren etwas mutig, aber es scheint hier realistisch zu sein.

    Alles beim Alten?

    Es bleibt weiter spannend – sowohl im Land als auch bei uns in der Chapel. Auch wenn die internationalen Medien kaum noch über Kenia berichten, so sind wir keineswegs bei der Normalität angelangt.

    FotoGestern erfuhren wir, dass eine „Zufluchtsstätte“ für hunderte Flüchtlinge ganz in der Nähe von uns geschlossen werden soll. Das ist sehr dramatisch, denn die Leute haben kein zu Hause und sind aufgrund ihrer Stammeszugehörigkeit nicht mehr sicher. Es sind viele Kinder dabei. Warum die Regierung das entschieden hat, wissen wir nicht.

    Jeden Tag berichten die Medien von weiteren Toden und Verletzten, und wir sind in der Gefahr, uns daran „zu gewöhnen“. Aber gerade in den Slums bleibt die Lage weiter kritisch, da es kaum Nahrung gibt, diese teuer ist, und die Menschen auf engstem Raum leben.

    Andererseits erleben wir bis auf wenige Ausnahmen einen „normalen“ Alltag. Der Verkehr rollt (wenn auch langsam), die Geschäfte haben geöffnet und sämtliche Massenkundgebungen wurden immer wieder abgesagt. Der verspätete Regen tut dem Land gut, er kühlt die Hitzköpfe etwas ab. Und das Laufen auf der Straße bei Regenwetter wirklich kein Vergnügen ist, gibt es kaum Randale.

    Die Chapel hat begonnen Seelsorger und Helfer zu schulen, um die traumatisierten Menschen zu betreuen. Oscar hielt am Sonntag eine eindringliche Predigt über Stammesrivalitäten – und die Leute kommen. Sie suchen Orientierung. Nach dem Gottesdienst stand eine Traube von Menschen um den Tisch, wo man die Predigt-CDs bestellen kann. Wir erleben, dass die Menschen wirklich Orientierung suchen – und hier können sie diese finden.

    Teambuilding

    FotoWie geht es zu, wenn sich in Kenia Inder, die in Äthiopien aufgewachsen sind, auf Armenier treffen und gemeinsam mit Kenianern, Schweizern und Deutsche für das nächste Jahr ein Team bilden sollen? Und das auf dem Gelände einer deutschen Missiongesellschaft, wo Schweizer leben und Norweger zu Besuch sind?
    Sie reden über Beethoven, haben Angst vor Löwen, vergessen die Zeit, machen „Ballspiele“ mit rohen Eiern und finden kalte Duschen überflüssig, vor allem bei Regen und 18°C Außentemperatur.

    Wenn wir auch nur gut 2 Tage Zeit hatten und statt dem heißen Januar-Wetter die verspätete Regenzeit in vollen Zügen „genießen“ durften, so war es eine geniale Zeit und sind zu einem Team zusammen gewachsen. Trotz oder gerade wegen unserer großen Unterschiede. So waren die Kenianer sehr erstaunt, warum Deutsche das Leben so ernst nehmen und im Gottesdienst nicht tanzen. Und die Deutschen waren etwas irritiert, als in der Gruppengebetszeit alle durcheinander redeten, bzw. beteten, dabei umherliefen und Hände hoben.

    Nach einem Gebets- und Fastentag, an dem wir miteinander nicht reden „durften“ (was allen schwer fiel, aber erstaunlicherweise eingehalten wurde), sangen, beteten wir, segneten uns gegenseitig und beschnupperten uns weiter. Am Ende kam Viyerrah, ein extrovertiertes Unikum mit Rastalocken auf uns beide zu und meinte: „Ihr seid zwar etwas still, aber ihr seid die coolsten!“
    In meiner ernsthaften deutschen Art wies ich das sofort von mir, aber ich hatte keine Chance. Sein einnehmendes Wesen ließen mich meine 30 uncoolen Jahre vergessen. Wahrscheinlich werden die nächsten 30 richtig cool!
    DIGUNA
    DIGUNA