Es bleibt weiter spannend – sowohl im Land als auch bei uns in der Chapel. Auch wenn die internationalen Medien kaum noch über Kenia berichten, so sind wir keineswegs bei der Normalität angelangt.
Gestern erfuhren wir, dass eine „Zufluchtsstätte“ für hunderte Flüchtlinge ganz in der Nähe von uns geschlossen werden soll. Das ist sehr dramatisch, denn die Leute haben kein zu Hause und sind aufgrund ihrer Stammeszugehörigkeit nicht mehr sicher. Es sind viele Kinder dabei. Warum die Regierung das entschieden hat, wissen wir nicht.
Jeden Tag berichten die Medien von weiteren Toden und Verletzten, und wir sind in der Gefahr, uns daran „zu gewöhnen“. Aber gerade in den Slums bleibt die Lage weiter kritisch, da es kaum Nahrung gibt, diese teuer ist, und die Menschen auf engstem Raum leben.
Andererseits erleben wir bis auf wenige Ausnahmen einen „normalen“ Alltag. Der Verkehr rollt (wenn auch langsam), die Geschäfte haben geöffnet und sämtliche Massenkundgebungen wurden immer wieder abgesagt. Der verspätete Regen tut dem Land gut, er kühlt die Hitzköpfe etwas ab. Und das Laufen auf der Straße bei Regenwetter wirklich kein Vergnügen ist, gibt es kaum Randale.
Die Chapel hat begonnen Seelsorger und Helfer zu schulen, um die traumatisierten Menschen zu betreuen. Oscar hielt am Sonntag eine eindringliche Predigt über Stammesrivalitäten – und die Leute kommen. Sie suchen Orientierung. Nach dem Gottesdienst stand eine Traube von Menschen um den Tisch, wo man die Predigt-CDs bestellen kann. Wir erleben, dass die Menschen wirklich Orientierung suchen – und hier können sie diese finden.

keine sorge, kenia ist noch nicht raus aus den nachrichten. wobei: eure beiträge sind doch noch ne super ergänzung. man hat den eindruck, hier kommen die infos direkt noch warm und ungefiltert….