„Nichts ist so alt wie der Blogeintrag von gestern.“ Wir können uns gut vorstellen, dass die folgenden Zeilen etwas verwirrend sind. Gestern noch grosse Visionen für neue Gemeinden, heute grosse Flüchtlingsaktionen.
Aber jetzt mal der Reihe nach. Die Situation im Land ist alles andere als ruhig. Täglich sehen wir Bilder von Mord und Totschlag. Dank Oscars Beziehungen zu Journalisten bekommen wir noch einige Hintergrundinformationen und für die Oeffentlichkeit zensierte Bilder zu Gesicht. Die Realität ist erschütternd, Menschen werden bei lebendigem Leib verbrannt. Auch wenn die Politiker sich symbolisch die Hand reichen, nehmen viele immer noch Macheten zur Hand. Es scheint, als können die Politiker bei den einfachen Menschen kaum etwas bewirken.
Wie kann eine Gemeinde da tatenlos zusehen und scheinbar unbeirrt ihre grossen Visionen weiter verfolgen? Im spontan eingerufenen Mitarbeitertreffen wurden gestern die Pläne auf den Kopf gestellt – upside down.
Für die nächtsten 3 Monate herrscht nun Ausnahmezustand. Sämtliche Programme, Pläne und Visionen werden ausgeschoben. Nairobichapel antwortet. Und ergreift die Initiative.
Es gibt jetzt nur noch drei Teams für folgende Bereiche:
Die Sonntagesgottesdienste werden fortgeführt. Sie geben Orientierung und Zuversicht.
Das Grundstück von Nairobichapel ist groß genug, um einige Hundert Flüchtlinge aufzunehmen. Bis jetzt sahen wir uns dazu nicht veranlasst, weil sich das Rotes Kreuz und die Regierung darum gekümmert haben, die sich jetzt zurückziehen. Das wird eine grosse Herausforderungen: sicherheitstechnisch (unsere Zelte sind leicht abzufackeln, die Zäune halten nicht wirklich) und logistisch (wir haben kein Wasser, nur 10 Toiletten, keine Duschen oder Waschräume).
Das derzeitige Machtvakuum im Land schafft Raum für Anarchie. Hier sieht Nairobichapel ihre Aufgabe, Orientierung und Leitung auf nationaler Ebene zu geben. Detailliertere Informationen werden wir in den nächsten Tagen hier veröffentlichen. Nur schon mal vorab: es wird einen „Caravan of Hope“ (Friedensmarsch) geben, der, angeführt von 500 Pastoren und Gemeindeleitern, durch das ganze Land zieht.
PS: Auf der Internetseite des Stern gibt es eine interessante Fotostrecke über die Situation in Kenia.

Danke für’s auf dem laufen halten! die bilder erinnern mich an die geschichte eines anderen landes…
Hallo ihr beiden! Ich denke immer wieder an euch. Die Nachrichten erschrecken mich immer wieder, deshalb war ich gerade umso beruhigter, als ich den Newsletter von euch bekam. Ich hoffe, ihr bekommt immer wieder neue Kraft zum weiter arbeiten. Und noch mehr hoffe ich, dass eure Gegend verschont bleibt. Ganz liebe Grüsse in die Ferne,
* Tine*
Die Tine! Welcome! – oder Karibu! – wie man hier sagt. Ja, hier in der Stadt ist zur Zeit wirklich alles ruhig. Wenn Leute vom Land hierher kommen, dann denken sie, sie seien in einem anderen Land.