Auf ins Innere von Kenia! Mit 6 Bussen startete unser Konvoi gestern Vormittag von Nairobi und fuhr in weiter ins Gebirge über Naivascha nach Nakuru. Kleine Extra-Herausforderung: Wir fahren nicht mit Reisebussen, sondern mit Linienbussen. D.h. In einer Reihe sind statt 4 5 Sitzplätze und es ist dementsprechend eng. Platz für unser Reisegepäck und den den Hunderten Wasserflaschen gibt es ebenfalls nicht. Für uns beide bedeutet das, unsere Reisetasche steht da, wo eigentlich unsere Füße hin sollten, Rucksack und Kamera werden irgendwo daziwschen gequetscht.
In Naivascha werden wir am Stadtrand herzlich in Empfang genommen und mit einer Autokolonne zur Gemeinde geleitet. Wir öffnen die Tür vom Bus und singen Lieder. Die Leute gucken, staunen, manche wollen einsteigen, weil sie denken, es ist ein Linienbus.
Wir sind wieder mal viel zu spät dran. Darum stürzen wir aus dem Bus raus, ohne Verzug zum Gottesdienst. Singen und beten – wir kennen das nun schon, aber trotzdem ist es immer wieder bewegend. Gott ist da – das erleben wir.
Später in einem Flüchtlingscamp in Nakuru sehen wir Bilder der Zerstörung von einem britischen Helfer, der überglücklich ist, uns zu sehen. Und wieder sind ie Erwartungen der Flüchtlinge groß, gerade an die Weißen. Und die Leute verstehen nicht, dass wir kein Geld mit haben und auch nicht geben können. Wir haben Hilfspakete mit. Doch es stellt sich wieder mal heraus, es sind viel zu wenig. Ein Mädchen will ein Lied für mich singen, wenn sie ein Paket bekommt. Denn die „Schuhe“ (Flipflops), die sie trägt sind nur geliehen.
Mit Einbruch der Dunkelheit verlassen wir das Camp, während immer noch viel darauf warten und hoffen, ein Hilfspaket zu bekommen. Und ich fühle mich wieder einmal traurig und hilflos.
Konnten wir hier was bewirken? Haben wir Hoffnung bringen können? Oder waren wir nur eine nette Abwechslung in dem tristen und staubigen Camp-Alltag?

