Schwanger auf kenianisch

Nachdem ich nun mehrfach und deutlich klar gemacht habe, dass mein zunehmend dicker Bauch nicht das Resultat 5 monatiger deutscher Esskultur ist, sondern der erste Nachwuchs im Hause Flechsig, sind sämtliche kenianischen Freunde und Kollegen aus dem Häuschen.
Es gibt ein Pool an Spekulationen, welchen Geschlechts dieses sehr lebendige Baby (ich werde täglich getreten und geboxt) sein könnte und ob der Name deutsch oder kenianisch sein soll, ähnliche Diskussionen gibt es über die zu erwartende Staatsbürgerschaft.


Das Beste ist jedoch, sie sind alle soo fürsorglich. Mein sonst so taffer Chef verkündigt auf einmal vor dem gesamten Mitarbeiterteam, dass ich jetzt Sonderrechte habe. (Vor ein paar Monaten galt noch als einzige Entschuldigung für das nicht rechtzeitige Abgeben der wöchentlichen Buchbesprechungen der eigenen, unvorhersehbare Tod!!!)

Seine fast väterlich anmutenden Züge habe zwei Gründe:
1. Die Schwangerschaft an sich.
2. Die Schwangerschaft in einem fremden Land, fern ab jeglicher familiärer Anbindung und Unterstützung.

Weil ich (wir) nun aus kenianisch-familienfreundlicher Sicht nicht so viel Unterstützung bekomme, soll ich mein Arbeitspensum drastisch reduzieren und mich auf die zu erwartenten Ereignisse konzentieren.

Dazu muss man wissen, dass rein arbeitsrechtlich werdende Mütter in Kenia nicht sehr zimperlich behandelt werden: Gearbeitet wird bis zum letzten Tag (von wegen 6 Wochen Schonfrist) und – 3 Monate nach der Geburt geht es wieder voll los, zumindest wenn man nicht ganz zu Hause bleiben will.

Unter diesen Umständen schätze ich Muriithis persönliche Initiative für werdende deutsche Mütter noch mehr. Danke, Chef! Danke Gott!

Team Mavuno 2010

Was macht man, wenn sich das Mitarbeiterteam der Gemeinde fast verdoppelt hat?
Man fährt erst mal auf eine Mitarbeiter-Klausurtagung. Nach Mombasa an den Stand natürlich. Man lässt sich mit gutem Essen verwöhnen, lernt sich im Pool ganz ungezwungen näher kennen und wird quasi ganz nebenbei auf das kommende Jahr „eingeschworen“. Nein, Mavuno nimmt gleich die ganze Dekade – wir beten, planen und träumen für die nächsten 10 Jahre. Das motiviert und fasziniert.

Erst gestern hatten wir mit unserem neueingestellten Projektmanager und guten Freund ein langes Gespräch über die Pläne bis 2015. Stichwort: Mavuno Park. Eine Art Gemeindezentrum anderer Dimension. Mehr dazu später, einschließlich Bilder.

Best of 2009

Gestern wurden die Highlights des Mavuno-Gemeindejahres gekürt. Tata – und hier sind sie:

Platz 10
Unser Männergebetskreis Gideons Torch. Ausschließlich nur für Männer, darum auch die Uhrzeit: mittwochs 5.00 Uhr morgens. Mittlerweile kommen 200 Männer regelmäßig, einige fanden dort schon neue Arbeitsstellen – oder Jesus.

Platz 9
Gemeindewachstum. Letztes Jahr um die Zeit waren wir insgesamt ca. 1800 Leute (mit Kindern und Jugendlichen), heute haben wir fast 3500.

Platz 8
Zehnten geben. Als dieses Jahr der Gemeindehaushalt aufgestellt wurde, übertraf er den von 2008 (der auch nicht ohne war) um das Dreifache. (Klingt fast wie bei der Bundesregierung). Wir haben das Geld tatsächlich aufgebracht, noch vor Jahresende! (Das klingt allerdings nicht wie die Bundesregierung.)

Platz 7
Evangelistische (Groß)Veranstaltungen: Village Easter (Ostermusical) Spread the love Festival (Kirk Franklin gab ein Konzert) und Village Christmas (Weihnachtsmusical). – Wer da nicht dabei war, hat definitv was verpasst!

Platz 6
Fearless 2.0. Und da haben wir was verpasst! Unsere erste Mavuno-Leiterkonferenz mit ca. 400 Teilnehmern. Die Leute schwärmen heute noch davon.

Platz 5
Internationaler Impact. Gemeindegründung in Kampalla (Uganda), Konzert in Ägypten – und Gemeindegründungsvorbereitungen in Deutschland, einschließlich der dort durchgeführten Gebetschule. (Im Flechsig-Ranking ist das Platz 1!)

Platz 4
Lebensveränderungen. Über 1300 Leute haben dieses Jahr am Glaubensgrundkurs Mizizi teilgenommen (davon 60 in Kampalla/ Uganda), und über 500 an der Gebetsschule, plus 40 in Deutschland!
Dass sich viel Leben wirklich verändert haben, konnten wir letzten Sonntag life miterleben. Zwei Gottesdienste, in denen non stop Menschen berichteten, wie Gott ihr Leben dieses Jahr verändert und sie geführt hat. – Ergreifend!

Platz 3
Life groups (Hauskreise). Wir starteten mit 59 Hauskreisen in das Jahr – jetzt sind es 143. Was dort an Lebensveränderung passiert, ist enorm. Es würde den Rahmen sprengen, das hier zu erwähnen.

Platz 2
Social Impact (Gesellschaftstransformation). Mittlerweile bekommt Mavuno landesweit Anrufe von Gefängnissen, die mitbekommen haben, dass wir uns u.a. für bessere Bedingungen in den Haftanstalten eisetzen – nicht durch Demonstrationen sondern mit Betten und Matrazen (um ein Beispiel zu nennen).

Platz 1
Menschen, die ein Leben mit Jesus begonnen haben. Genaue Zahlen haben wir nicht, es sind jedoch hunderte, die durch und in Mavuno einen Anfang mit Jesus gemacht haben.

Weihnachten @ Mavuno

Unser erster Gottesdienst in Mavuno seit fast 5 Monaten. – Und wir hatten Spaß! Es gab ein Weihnachtsquiz und der Hauptgewinn war – neben zwei Eintrittskarten für unser hauseigenes Musical – eine Ziege!!! Nein, kein Ziegenbraten oder eine Einladung beim Seniorpastor zum Ziegen-Grillen (das lieben die Kenianer zu Weihnachten), nein es gab eine schneeweise, mit roter Mütze bedeckte, echte Ziege auf 4 Beinen und quicklebendig. Was war ich froh, dass ich nicht alle Fragen gewusst habe. Was soll ich bloß mit einer Ziege?

Das arme Tier hatte wohl die Vorahnung, dass es ziemlich bald auf dem Grill landen wird, denn es hat im wahrsten Sinne richtig herumgezickt. Sie schmiss sich auf den Boden, meckerte wie sonst was, und zerrte an der Leine. Schließlich klemmte der neue Besitzer sie beherzt unter den Arm und setzte sie in seinem Kofferraum ab. Was hätte er nur gemacht, wenn er mit einem Matatu zum Gottesdienst gekommen wäre?

In Deutschland hätte man das aus 3 Gründen gar nicht machen können:
1. Sicher wäre mindestens einer der Gottesdienstbesucher Tierschützer.
2. Wäre die Wahrscheinlichkeit, dass ein Vegetarier die Ziege gewinnt, relativ hoch.
3. Wer um alles in der Welt soll das arme Vieh schlachten?

Neue Mitbewohner

Auf dem Diguna-Missionsgelände gibt es eine neue Familie. Um ehrlich zu sein, sie ist nicht sehr willkommen. Leider ist sie ungefragt genau gegenüber des Haupthauses (wo die meisten Missionare wohnen) eingezogen und treibt vor allem im Dunkeln ihr Unwesen: Ein Löwenpaar mit drei Jungen!
Letzte Woche noch sagten unsere Freunde, dass sie seit Monaten keinen Löwen mehr gehört hätten – und jetzt haben sich gleich 5 direkt vor ihrer Haustür (ca. 20 m) niedergelassen.

Wir sehen natürlich gar keinen Zusammenhang zwischen unserem Eintreffen in Nairobi und den ungebetenen Gästen. Trotzdem beeinträchtigt das unser Leben schon. Gestern Abend wollten wir unsere Freunde besuchen – das viel aufgrund des befürchteten Löwenhungers aus. Heute wollen wir noch mal einen Versuch starten und werden quasi mit unserem Auto ihn ihre Wohnung fahren. Ein Glück dass sie ebenerdig wohnen. Wir wollen doch nicht, dass der Löwe uns samt Babybauch aufspürt und seinen Jungen ihre erste „Kinderüberraschung“ vorführt.

Falls ihr ab morgen nie wieder was von uns hört, könnt ihr davon ausgehen, dass sehr nahe und sehr hungrig waren…

Umgezogen

Was für ein Gefühl, wenn man nach über 4 Monaten wieder den Haustürschlüssel zücken kann und die eigene Tür öffnen kann! Und was für ein Gefühl, wenn man weiß und sieht, dass die Freunde, die unser Haus „bewacht“ extra noch geputzt und die Betten überzogen haben, damit wir direkt nach unserer Ankunft (5.00 Uhr morgens) ins Bett verschwinden können. – Da fühlt man sich doch gleich wieder zu Hause!

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Kenia hat uns wieder

  • mit seiner Wildnis (in den Schränken haben es sich die Silberfischchen und Käfer gemütlich gemacht),
  • seinem Staub (wir haben 2 Tage Schränke geputzt, bevor wir unsere Sachen wieder einräumen konnten)
  • seinen Menschen (zwei Massai-Jungen standen vor der Tür und fragten nach Wasser)
  • und seiner Spontanität (wieder mal ergibt sich die Frage, wie lang wir in unserem Haus bleiben können).
  • Trotzdem, wir sind wieder gern hier, und wir haben sogar unsere 100 kg Gepäck (!!!) sicher nach Kenia und OHNE Zollkontrolle eingeflogen. Dann hat sich die mühevolle, tagelange Packerei ja doch gelohnt. Und wir verzeihen auch Turkish Airways die einstündige Verspätung bei der Ankunft.

    Kleiner Tipp für solche, die nachts übermüdet in Nairobi ankommen und sich die Zollkontrolle mit 5 Koffern ersparen wollen: den Schwangeren-Bauch ganz weit rausrecken und sagen, dass in den Koffern alles gebrauchte Sachen fürs Baby drin sind. Hat zumindest bei uns funktioniert.

    Beten lernen

    Der eine oder andere fragt sich bestimmt schon, ob wir untergetaucht sind. Nein, wir sind noch in Leipzig – und beten! Wir haben spontan die erste deutsche Gebetsschule ins Leben gerufen, ein Pilotprojekt mit über 40 „Versuchsteilnehmern“. Die Idee entstand durch viele Gespräche, in denen wir von Mavunos Gebetschule und unseren eigenen Erfahrungen berichteten. Das Interesse in Deutschland ist enorm und so haben wir ein paar Wochen an unseren Heimataufenthalt ran gehängt und führen einen sechswöchigen Kurs durch, wo es nur ums Gebet geht, naja und auch ums Fasten.

    Ein paar Meinungen von unseren Teilnehmern:
    „Endlich wieder mal eine Gemeindeverantstaltung in der Woche, auf die ich mich freue!“
    „Als ich 15 war, hatte ich eine große Sehnsucht, Gott reden zu hören. Diese Sehnsucht ist jetzt wieder aufgebrochen.“

    Wir sind selbst so begeistert von dem, was Gott schon in den erste Wochen getan hat und wie motiviert die Teilnehmer sind, dass wir fast alles um uns herum vegessen – sogar das Blog schreiben.

    Impulstag Losgehen & Ankommen

    losgehen & ankommen

    Mittlerweile leben und arbeiten wir seit zwei Jahren im dynamischen Gemeindeumfeld in Nairobis Mavuno Church, einer Tochtergemeinde von Nairobi Chapel. Bevor wir Ende Oktober für das dritte und letzte Jahr nach Kenia aufbrechen, wollen wir Euch gerne (noch) einmal sehen und ein bisschen Mavuno-Flair in Deutschland teilen. Jeder sehnt sich nach guten Impulsen, Impulsen zum Losgehen bzw. in Bewegung setzen. Fast noch wichtiger ist jedoch das Ankommen. Ankommen bei Gott, mir selbst und bei den Zielen, die wir uns persönlich oder als Gemeinde gesteckt haben.

    • 3. Oktober 2009
    • 10 – 16.30 Uhr
    • EFG Leipzig, Schiebestr. 32
    • Anmeldung an flechsigs [at| gmx.net

    Dieser Impulstag soll Ermutigung und Neuausrichtung auf Gott sein für alle die, die sich nach einer dauerhaft lebendigen Beziehung zu Gott sehnen, sei es im persönlichen Leben oder als Gemeinde.

    Hamburg

    2 Tage Hamburg – und wir sind begeistert. Sympathische Stadt, angenehmes Flair und vor allem viel los. Hier wird ein komplett neuer Stadtteil errichtet, die Hafen City mit einem der modernsten Konzerthäuseren der Welt, der Elbphilharmonie. Es ist das größte Stadtentwicklungsprojekt Europas, und das lassen sich die Hamburger echt was kosten. Wir sind schwer beeindruckt und begeister von dem, was da passiert:

  • Der Pioniergeist und die Kreativität, mit der gebaut und gestaltet wird.
  • Die Verbindung von Tradition und Innovation: die alte Speicherstadt und die Elbphilarmonie mit japanischer Akkustik.
  • Die kurzen Wege – Einkaufen, Kultur und Leben auf engem Raum.
  • Der Raum für Spiritualität – jeden Tag gibt es in einem ökumenischem Forum eine Andacht – mitten in der Baustelle.
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    Noch ein paar Fakten zu Hamburg:

  • Gemessen an der Fläche hat die Stadt eine relativ geringe Einwohnerzahl – dafür gibts viel Wasser und Grün.
  • Hamburg hat die höchste Porsche-Dichte von Deutschland.
  • Hier wohnen 10% der 400 reichsten Menschen Deutschlands.
  • 40% der Einwohner sind Atheisten.
  • Deutscher Sommer und kenianischer Winter

    Wir haben wieder deutschen Boden unter den Füßen!!! – Und unsere Füße sind kalt!
    Pünktlich nach unserer ersten Nacht in deutschen Gefilden hat uns der Nachbar 7.30 Uhr mit seinem Heckenschneidemanöver direkt gegenüber von unserem Fenster „begrüßt“. So viel zu deutscher Pünktlichkeit und Ordnung. Das hilft uns natürlich enorm, uns wieder an das geordnete Leben in Deutschland zu gewöhnen. 🙂
    Nur der Sommer lässt – ganz ordnungswidrig – noch auf sich warten. Um ehrlich zu sein, der kenianische Winter ist stellenweise wärmer… Aber wir wollen nicht lamentieren. Frische Semmeln zu Frühstück, Schnitzel zum Mittagessen und Erdbeertorte am Nachmittag lassen unser Herz so hoch schlagen, dass es uns nicht kalt wird. Und für die kalten Füße gibts ja Socken.