Berlin entdecken Teil 3

Sie gehören zu den teuersten Immobilien der Stadt, sind eine Besucherattraktion und auch für Architekten-Muffel ein Muss. Die Hackeschen Höfe. Am besten sucht man sich einen Tag aus, wo das Wetter nicht ganz so schön ist – also eigentlich fast alle bisherigen Sommertage dieses Jahr -, und nimmt sich nicht gleich noch den Alexanderplatz samt Fernsehturm vor, der unweit davon entfernt ist. Und dann geht man Arm in Arm bummelnd mit seinem Schatz durch die Höfe, schnuppert etwas historische, jüdische Luft, bestaunt die – leider viel zu teueren – Designerklamotten-Läden und lässt es sich in einem der Cafes gut gehen.
Oder man geht mit Kleinkind hin, was ständig zu diesem Springbrunnen vor Hof IV will, an Mamas Hand über die Höfe rennen will, und Mamas Lieblingsladen (der Trippen-Schuh-Laden) stinklangweilig findet. Erst als Mama in einem nostalgisch eingerichteten Seifenlädchen Seifenwasser für Seifenblasen kauft, und die dann auch in die Luft gehen lässt, wird der Nachwuchs etwas ruhiger.
Der familiäre Supergau wäre der Ampelmännchen-Laden gewesen, vor dem man Schlange stehen kann, ehe man reinkommt – wenn man überhaupt will. Drinnen gibt es alles, was mit den guten alten DDR-Ampelmänchen irgenwie zu verkaufen geht: Taschen, T-Shirts, Süßigkeiten, Mützen, Krimskrams. Wir beschwören an unserem freien Tag den Familiensupergau nicht heraus und bleiben alle schön draußen und beobachten die Leute. Der afrikanische Wachmann im edlen Nadelstreifanzug mit Weste ist unser persönlicher Favorit, allerdings nur so lange, bis wir unsere Kamera auspacken und er energisch mit dem Kopf schüttelt. Der superchicke Designerladen hinter im darf nicht fotografiert werden, wie in so vielen anderen Läden das auch der Fall ist. Schade eigentlich. Wenigstens darf ich ungehindert die wunderschönen Hoffassaden fotografieren.

Fazit: Die Hackenschen Höfe sind ein lohnenswertes Ausflugsziel für Berlin-Mitte-Besucher. Auch für Eltern mit Kleinkind – allerdings erst, wenn es im Buggy schläft.;-)




Sie gehören zu den teuersten Immobilien der Stadt, sind eine Besucherattraktion und auch für Architekten-Muffel ein Muss. Die Hackeschen Höfen. Am besten, man sucht sich einen Tag aus, wo das Wetter nicht ganz so schön ist – also eigentlich fast alle bisherigen Sommertage dieses Jahr, und nimmt sich nicht gleich noch den Alexanderplatz samt Fernsehturm vor, der unweit davon entfernt ist. Und dann geht man Arm in Arm bummelnd mit seinem Schatz durch die Höfe, schnuppert etwas historische, jüdische Luft, bestaunt die – leider viel zu teueren – Designerklamotten-Läden und lässt es sich in eines der Cafes gut gehen.
Oder man geht mit Kleinkind hin, was ständig zu diesem Springbrunnen vor Hof IV will, an Mamas Hand über die Höfe rennen will und Mamas Lieblingsladen (der Trippen-Schuh-Laden) stinklangweilig findet. Erst als Mama in einem nostalgisch eingerichteten Seifenlädchen Seifenwasser für Seifenblasen kauft und die dann auch in die Luft gehen lässt, wird der Nachwuchs etwas ruhiger.
Der familiäre Supergau wäre der Ampelmännchen-Laden gewesen, vor dem man Schlange stehen kann, ehe man reinkommt – wenn man überhaupt will. Drinnen gibt es alles, was mit den guten alten DDR-Ampelmänchen irgenwie zu verkaufen geht: Taschen, T-Shirts, Süßigkeiten, Mützen, Krimskrams. Wir beschwören an unserem freien Tag den Familiensupergau nicht heraus und bleiben alle schön draußen und beobachten die Leute. Der afrikanische Wachmann im edlen Nadelstreifanzug mit Weste ist unser persönlicher Favorit, allerdings nur so lange, bis wir unsere Kamera auspacken und er energisch mit dem Kopf schüttelt. Der superchicke Designerladen hinter im darf nicht fotografiert werden, wie in so vielen anderen Läden das auch der Fall ist. Schade eigentlich. Wenigstens darf ich ungehindert die wunderschönen Hoffassaden fotografieren.

Fazit: Die Hackenschen Höfe sind ein lohnenswertes Ausflugsziel für Berlin-Mitte-Besucher. Auch für Eltern mit Kleinkind – allerdings erst, wenn es im Buggy schläft.;-)




Gemeindeneustart

Was ist das wichtigste bei einem Neustart einer Gemeinde? Das haben wir uns diese Woche gefragt. Hier ist die Antwort: Das Verlernen! Raus aus der alten Box. Raus aus den bekannten Denkmustern. Raus aus dem, was man schon kennt.
Okay. Und wie macht man das? Was machen, was man sonst in Meetings nicht macht, zumindest teilweise. Z. B. wollten wir nicht sitzen und diskutieren.

Konkret hieß das: Raus aus dem Zimmer und sich überraschen lassen. 50m Fußweg blind ohne zu sehen, wo man läuft, sich auf das Wort seines „Vorläufers“ verlassen und Hindernisse blind bewältigen. Und das war nur der Anfang.

Teil 2: 2 Teams, die jeweils eine Sandburg bauen mit den Mitteln, die gerade zur Verfügung stehen.


Es hat mich dann doch überrascht, mit welcher Freude 30-jährige Frauen, Architekten, Großmütter und -väter abends 21.00 Uhr im Sandkasten ihre Kreativiät neu entdecken. Und irgendwie war die Atmosphäre nach dem Sandkastenspiel nicht mehr so meetiingmäßig ernst.

Schritte wagen

In Kirchen nennt man das Ordination, wir haben es schlicht als Einführungsgottesdienst bezeichnet. Egal wie wir es nennen, nun sind wir offiziell die Leiter der EFG Berlin-Lichterfelde und damit von Mavuno Berlin. Es war ein bewegender Moment – sowohl für die Gemeinde als auch für uns. Wir konnten uns bis vor einigen Monaten nicht vorstellen, in einer traditionsreiche Gemeinde unser Mavuno Berlin Projekt Wirklichkeit werden zu lassen. Und doch sehen wir hier, wie Gott die Fäden zusammen laufen lässt. Uns hat auch die Anteilnahme zu diesem Festgottesdienst überrascht. Anders als sonst war die ehemalige amerikanische Militärkapelle gut gefüllt und z.T. mit Menschen, die wir persönlich gar nicht kannten oder die wir nicht erwartet hatten. Das Interesse an unserem Vorhaben gewinnt auch hier in Berlin an immer größer werdendem Interesse. Wer nicht dabei sein konnte bei diesem wirklich gelungenem Gottesdienst, der kann sich hier ein paar Bilder ansehen:




Berlin entdecken Teil 2

Es scheint, als ob der Zutritt von Erwachsenen in Berliner Stadtteil Kreuzberg nur in Begleitung von mindestens einem Kind erlaubt ist. Überall sieht man Eltern, oft mit Kinderwägen, ein Kleinkind meistens noch im Schlepptau. Sammelbecken sämtlicher Kreuzbergbewohner scheinen Spielplätze und Eiscafes zu sein, die langen Warteschlangen mit erwartungvollen, manchmal ungeduldigen Kindern bilden sich an einem Sonnentag wie heute vor der Eistheke. Ein kleiner Junge, der nun endlich das ersehnte Eis bekommt, bricht in Tränen aus: „Ich wollte eine große Waffel haben.“ Sein Vater tröstet ihn liebevoll. Überall nur Supereltern, die liebevoll, geduldig den Nachwuchs aufs Leben vorbereitet oder in Tragetüchern herumschleppt. Puh, ein Glück, dass wir keinen Babysitter haben und unser Kind in die Familien-Hochburg mitgenommen haben. Als unser Nachwuchs sich – hundemüde und völlig erschöpft – immer noch weigert in seinem Buggy zu schlafen und das auch lauthals kund tut, kommt sofort, wie aus dem nichts, ein Vater auf uns zu und erklärt auf Englisch, dass unser Kind getragen werden will, weil es ihm nicht gut geht. Wahrscheinlich hat er Koliken. – Danke für den Tipp, ich nehmen natürlich mein Kind auf den Arm – und schon lächelt mich die ganze Welt, oder zumindest die Männer, die uns den Weg kreuzen, wieder an. Noch einmal Glück gehabt. Am Rauswurf im Familien-Kreuzberg noch mal knapp vorbeigekommen.
Wer sich also gerade in der Familiengründungsphase befindet oder sich einfach mal ganz unverbindlich inspirieren lassen will, der ist in Kreuzberg genau richtig. Die Erziehungstipps gibt es natürlich kostenlos und auf der Straße.

Berlin entdecken – auf amerikanisch

Zwei Tage Besuch aus Amerika – was macht man da? Currywurst essen, DDR-Museum besuchen, Döner essen, Stadtrundfahrt machen, Spargel essen (der ist allerdings brandenburgisch), die Mauer ansehen und -fassen, Bier trinken, am Checkpoint Charly halt machen, zwischendurch eine Bratwurst essen und dann noch eine Schiffsrundfahrt machen.
Getroffen hatten wir Matt vor Jahren schon in Mavuno. Seine Gemeinde ist Partner von Mavuno, und da wird häufig mal über den Atlantik geflogen. Diesmal musste er nicht ganz so weit reisen und hat dafür seine Frau Bianca mitgebracht. Das Spannende an der Sache ist, Matt hat deutsche Wurzeln. Das erkennt man schon an seiner direkten, analytischen Art. 😉 Dementsprechend ist er daran interessiert, wie Deutsche ticken und Deutschland ist.

Schwer vorstellbar für ihn und auch uns ist die Tatsache, dass mitten durch Berlin eine Mauer ging, und sie leider in manchen Köpfen immer noch steht. Auch schwer vorstellbar, dass diese Mauer mit Todesstreifen – zumindest von der Ostseite – lebensgefährlich war, wenn man sich ihr näherte. Und wie selbstverständlich gehen wir fast jeden Tag nun auf diesem Streifen spazieren, weil wir 150m dahinter wohnen.

Wenn das Wunder des Mauerfalls nicht passiert wäre, hätten wir Matt nie kennen gelernt, wären nie in Kenia gewesen und würden nicht ab 1.7. in einer ehemaligen Westberliner Gemeinde arbeiten.



Was macht ihr eigentlich

Wir bekommen immer wieder die Frage gestellt: „Was macht ihr jetzt eigentlich?“ Die Frage ist wirklich berechtigt. Hier kommt die Antwort – wenn etwas unvollständig:

  • Flug nach Nairobi buchen! Das ist kein Witz, Anfang Juni wird Daniel eine Dienstreise zur 3. Leiterkonferenz („Fearless“) nach Mavuno antreten.
  • Networking. Das ist in der Tat eine unserer Hauptaufgaben. Wer mit Menschen arbeitet, muss sie auch kennenlernen. Zum einen lernen wir die Mitglieder der Gemeinde, mit der wir den Neustart in Mavuno-Form wagen, kennen, aber das viel spannendere sind die Leute, um die es uns eigentlich geht: die Leute, die sonntags in Berlin nicht zu einem Gottesdienst gehen.
  • Berlin kennenlernen. Das bleibt wahrscheinlich eine Lebensaufgabe. Berlin ist riieeßig, unübersichtlich, bunt, vielfältig und nie langweilig. Kürzlich machen wir erst eine geführte Tour durch den bekannten Stadtteil Kreuzberg. Von der kanadischen Pizza bis zur Falafel gibt es dort alles.
    Und wir stellen uns und sämtlichen Berlinern, die uns den Weg kreuzen hunderte von Fragen: Wie ticken die Berliner? Gibt es überhaupt den typischen Berliner? Welche (Lebens-)fragen hat eine aufstrebende Endzwanzigerin, die im Kreuzberger Kietz wohnt? Wie kommt es, dass unsere Nachbarin schon 13 Jahre in der selben Wohnung lebt, wo hier doch so viel in Bewegung ist? Was sind die angesagten Clubs der Stadt? Wer geht mit uns ins Berghain?

    Und weil wir abends ja nicht ausgehen können, laden wir uns immer wieder ganz nette Leute ein, die auch über nacht bleiben. Egal ob sie aus Oldenburg, Dresden, Wiedenest oder USA kommen.

    Falls das alles nicht zutrifft, dann eine der folgenden Tätigkeiten: Kind füttern, schuckeln, oder ihm beibringen, dass die Blätter an der Grünpflanze bleiben sollen und auch nicht essbar sind, mit Mavuno telefonieren bzw. skypen (während der Sohn den Papierkorb genüsslich ausräumt), lesen (über Berlin), lesen (wie man eine Gemeinde neu startet), lesen (was man durch Gebet alles bewirken kann).

  • Frohe Ostern!

    Ferdinand und seine Eltern wünschen allen frohe Ostern! Jesus ist tatsächlich auferstanden!
    Wir genießen seit Jahren das erste sächsische Osterfest mit Ostereiersuche und Sonnenschein im Garten der Großeltern. Dazu gibts noch sächsische Hausmannskost und Kinderbetreuung – uns geht es also richtig gut (wenn da nicht noch diese hartnäckige Erkältung wäre). Das alles ist ein weiterer Schritt in Richtung Ankommen in Deutschland.

    Frühling

    Das ist schon was besonderes, wenn man nach 3 Jahren wieder einen Frühling erlebt. Wir genießen ihn gerade, wenn uns auch die Jacken immer noch zu dick sind, die wir anziehen. Der Versuch, es genauso wie in Kenia zu machen – einfach mal vor die Tür gehen und sich von der Sonne bescheinen lassen – war ein kurzes Vergnügen. Zu kalt, zu windig, zu ungemütlich. Dennoch, die Aufbruchstimmung in der Natur steckt uns an.
    Hier ein paar Berliner Frühlingsimpressionen:



    Vertrauensvorschuss

    In Berlin und Umgebung eine Wohnung zu suchen ist schon fast etwas abenteuerlich. Nicht, dass es keine Wohnungen gibt. Aber der Zustand selbiger ist manchmal kenianischer (sprich abgewohnter) als gedacht und zu höheren Mieten als erhofft.
    Nach tagelangem Suchen und Beratschlagen mit Urberliner stießen wir auf eine Wohnung die, wie sich nach einem Anruf bei der Marklerin, noch nicht einmal geräumt war. Die gute Frau hatte jedoch Geschäftssinn und ließ uns eine halbe Stunde nach dem der Mieter ausgezogen war, die Wohnung besichtigen. Das war die erste Wohnung, die uns spontan zusagte, sogar eine Küche drin hatte und wir bezugsfertig, d.h. mit sauberen Wänden vorfanden. Wir äußerten unser Gefallen an dieser Wohnung und kamen ins Gespräch über dies und das und Kenia und Kirche. Sie erklärte das übliche Prozedere mit Nachweis von Mietschuldenfreiheit und Einkommensnachweis.

    Wo in aller Welt bekommen wir nach 3,5 Kenia einen Nachweis für Mietschuldenfreiheit her? Und ein kenianischer Einkommensnachweis von einem Arbeitgeber, der jetzt nicht mehr unser Arbeitgeber ist, wirkt auch nicht gerade vertrauenserweckend.

    Eine Nacht darüber geschlafen, sagten wir der Marklerin zu, dass wir diese Wohnung gern mieten würden, jedoch die geforderten Unterlagen (noch?) nicht vorlegen könnten.

    Noch am selben Tag abends 18.00 Uhr trafen wir uns in der Wohnung mit Maklerin und Vermieter. Die nächsten Interessenten standen schon in der Tür, vielen weiteren wurden abgesagt. Der Vermieter – ein sehr akkurater Mann – sagte zu Daniel: „Ich habe Hochachtung vor Ihrem Berufsstand, obwohl ich von der Konkurrenz (katholisch) bin. Darum bekommen Sie auch die Wohnung. Ich vertraue Ihnen, darum brauche ich die üblichen Nachweise nicht.“

    Als wir unseren Berlinern diese Geschichte erzählten, schüttelten sie nur mit dem Kopf. So etwas haben sie noch nie erlebt. Schon gar nicht im atheistischen Berlin.

    PS: Seit 1.4. sind wir nun glückliche Mieter dieser Wohnung.

    BERLIN!

    Meine Güte, bei -7°C und leichtem Schneefall in Deutschland ankommen, wo wir einen Tag zu vor noch barfuß und kurzärmelig herum liefen, ist echt gewöhnungsbedürftig! Aber unser zukünftige Berliner Gemeinde hat dennoch für Wärme ums Herz gesorgt: 6 „Abgeordnete“ der Gemeinde haben uns gestern Morgen herzlich empfangen mit warmen Winterjacken und Blumen, danach gabs gleich ein gemeinsames deutsches Frühstück mit Brötchen. – Wenn das mal kein gelungener Start in ein neues Leben ist.

    Übrigens hat Ferdinand allen Vermutungen zum Trotz den Flug super verkraftet und den Nachtflug in den Armen seiner Mutter meist schlafend verbracht. Unsere Rechnung ist also aufgegangen: nachts fliegen während Kind schläft.
    Gegen 5.00 Uhr morgens hat er dann den Flughafen London Heathrow unsicher gemacht (siehe Bild) und im Flugzeug nach Berlin sämtliche Mitreisenden durch sein Beisterungsschreie über Rascheltüten und Plastikbecher unterhalten.