Wie froh ich bin, dass – bei aller Dramatik dieser Pandemie – sie uns jetzt im Frühling erwischt. Im nass kalten Winter wäre es für mich so viel deprimierender.
Wir sind täglich in unserem Garten und können damit sehr regelmäßig den Fortschritt des Frühlings beobachten. Mitten in diesem unfassbaren Weltgeschehen ist das Gärtnern für mich ein Akt der Hoffnung. Wer pflanzt und säht, hat eine Zukunftsperspektive. Der will sehen, wie und was wächst. Der freut sich auf morgen. Mit besonderer Sorgfalt fülle ich Blumenkästen und -töpfe mit Erde und streue vorsichtig Samen von Petersilie, Dill, Basilikum, Zinien und Zuckererbsen hinein. Letztere nutzen wir außerdem für ein „Langzeitexperiment“. Ich möchte mit den Kindern beobachten, wie die Erbsen keimen, Wurzeln entwickeln, Blätter aus der Saat schieben – sich Leben entwickelt. Darum packen wir die Erbsen in ein Glas mit Watte – dann kann man das life beobachten.
Noch sind die beiden jüngeren nicht sonderlich interessiert. Aber das wird noch, da bin ich mir sicher. Der große hilft mir mit. Das macht er immer gern – wenn er keine attraktiven Alternativen (wie Spielgefährten) hat. Der positive Nebeneffekt: Wir haben ein paar Minuten ungestörte Mutter-Sohn Zeit. Auch wenn wir den ganzen Tag zusammen sind, bleiben die ungestörten Zeiten zwischen mir und nur einem Kind eher selten. Umso bewusster nutze ich diese Momente. Das tut uns beiden gut und füllt unseren Beziehungstank.



