Volljährig

Das geeinte Deutschland ist volljährig und dennoch klaffen regionale Unterschiede, wie das Nachrichtenmagazin Zeit online in diesem Artikel veranschaulicht.

In Kenia sind die Unterschiede noch krasser, hier erlebt man, wie das 21. Jh und das 17. Jh nebeneinander existieren:

  • marmorgetäfelte Villas vs. Lehmhütten
  • 40-Tonner-LKW vs. Eselskarren
  • UMTS-Handys vs. Bleistiftstummel
  • Parfümerien vs. Gestank wegen nicht vorhandenen Toiletten in Slums
  • Plasma-TV mit 1,5m Bildschirmdiagonale
  • Supermärkte mit Flachbildschirmen für Werbespots an jeder der 32 Kassen vs. aus Pappkartons zusammengezimmerte Kiosks
  • Pick-Ups vs. Handkarren
  • Toyota Landcruiser Prado vs. staubiger, 2-stündiger Fußmarsch
  • Villenviertel, die einem Hochsicherheitstrakt gleichen vs. Slums
  • Wohnzimmer, die größer sind als drei Hütten im Slum
  • Gehaltsverdopplung bei den Beamten vs. von einem Euro pro Tag leben
  • Saftig grüne Golfplätze vs. vetrocknete Felder
  • Luxus-Lodges in den Nationalparks vs. nasse & durchgelegene Schaumstoffmatratzen
  • 5-Gänge-Menü für die Gäste vs. Ugali für den Wachmann
  • Shopping-Malls vs. leere Märkte auf dem Land
  • Nobelboutiquem vs. staubige Second- / Third- / Forth-Hand-Märkte

Dennoch: nach einem Jahr in Kenia bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass das Land das Potenzial hat, die sozialen Probleme zu lösen. Es gibt genug Kapital, Reichtum, Wissen und Erfahrung die eigenen Brennpunkte anzupacken und darüber hinaus in anderen Ländern Afrikas.

Wenn Kenia dieses Potenzial hat, dann kann das volljährige Deutschland mit seinen Problemen erst recht fertig werden. Wir haben das Zeug dazu … und können die Lösungen dann expotieren (haben ja Erfarhrung als langjähriger Exportweltmeister).

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