Gefühlsmanagement

„Ich hasse Luos.“ sagte ein Mann, der Zuflucht auf dem Gelände einer Gemeinde gefunden hatte. Was er jedoch nicht wusste, der junge Mann, der ihm half mit den traumatischen Erfahrungen der vergangenen Tage fertig zu werden, war ein Luo.

Der Schmerz sitzt tief. Und es liegt viel Arbeit vor uns. Während die Rundum-Versorgung von 300 Flüchtlingen auf einem Gemeindegelände im vollen Gang ist, kann ich endlich das tun, was mir auf dem Herzen liegt: Seelsorge an traumatisierten Menschen. Der Ort scheint friedlich zu sein. Kinder spielen miteinander im Schatten der Bäume und Frauen waschen ihre wenigen Kleidungsstücke, die sie noch besitzen und reden miteinander.
Doch dann beginnen wir in organisierten Gruppen mit Kindern, Frauen und Männern zu reden. Die Spielregeln sind einfach:
Was fühlst du?
Was denkst du?
Was machst du?
Die Antworten auf die Fragen offenbaren Wut, Schmerz und Enttäuschung. Kinder erzählen, wie sie ihr Haus haben abbrennen sehen und verstehen nicht, warum sie nicht mehr zurück können oder ihre Eltern nicht zurück wollen. Manche von ihnen wollen gar nicht reden, sie sind schüchtern. Vielleicht liegt es auch an der weißen Frau, die zwar nichts versteht, was sie in Swahili erzählen, dafür aber um die Atmosphäre in der Gruppe sehr bemüht ist. Die, während sie erzählen, betet, dass keine bleibenden Verletzungen in ihren Herzen Spuren hinterlassen. Und in ihrer Generation die kenianischen Volksstämme das Kriegsbeil endlich begraben haben.

Klamottensuche
Auf der Suche nach neuen Klamotten.

Waesche waschen
Waeschetrockner.

2 Antworten auf „Gefühlsmanagement“

  1. Und? Wisst Ihr jetzt noch mehr, wozu Ihr hier „vor Ort“ seid? 😉 Der Herr segne Euch – und lasse Euch zum Segen sein!

  2. Das klingt doch ganz nach einer Nancy, die in ihrem Handwerk arbeitet. Das freut mich. Ich denk oft an Euch und bete auch, dass Ihr dort in Kenia zum Segen werdet. Wie ein Lehrling seinen Meister nicht nur Mühe kostet, sondern ihm irgendwann auch Arbeit abnehmen kann, so glaube ich, dass Ihr dort unten nicht nur lernt, sondern auch eine große Hilfe sein könnt. Der Herr segne Euch!

    Es grüßt
    der Micha

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