The African Way Of Life

Afrikaner haben Zeit.
Das ist ja allgemein hin nichts neues. Was das im Detail bedeutet, wird uns jeden Tag bewusster: aus den versprochenen 2 Tagen “Hotel”-Aufenthalt sind schon 4 geworden. Wie lange wir noch hier sind, wissen wir nicht. Unser Tagewerk besteht hauptsächlich aus warten. Warten, dass ein Anruf kommt, bei dem wir erfahren, wie es weitergeht. Warten, dass uns jemand abholt und mit uns Wohnungen besichtig. Warten, dass irgendwas passiert.
Unsere Highlights von heute waren: 4 Stromausfälle im Supermarkt innerhalb einer Stunde, ein Matatu (Kleinbus), der uns fast umgefahren hätte und der Sonnenbrand auf Daniels Nase.

Der alltägliche Stromschlag unter der Dusche bleibt vorerst aus, da kein Wasser läuft. Nein, wir sind nicht masochistisch veranlagt.

Für Frauen: (von Nancy)
Hier ist es so, dass man den Durchlauferhitzer (eher Durchlauferwärmer) für warmes Wasser separat einschalten muss und dieser irgendwie an den Wasserhahn gekoppelt ist. Somit gibt es regelmäßig Strom auf die Hand. – Gibt’s in Deutschland nicht, und schon gar nicht in Hotels!

Für Männer: (von Daniel)
Der Durchlauferhitzer (eher Durchlauferwärmer) ist hier nicht geerdet. Wenn ich dusche und am Wasserhahn etwas regulieren möchte, bildet mein nasser Körper eine hervorragende Verbindung zum nassen Wasserhahn und damit zur Erde. 220V, 25 A – 4400W sorgen für etwas Unruhe im linken Arm. In Deutschland gibt’s so was sehr wohl, man muss nur wissen wie!

Nancy: Entschuldigung, mein Mann hat jetzt auch Abitur!

Daniel: Dafür sollte schon das Physikwissen der 10. Klasse ausreichen – hatte meine Frau eigentlich auch.

Safaricom

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Das Handy ist das ultimative Kommunikationsmittel in Nairobi. Sich einen Festnetzanschluss zuzulegen ist umständlich und langwierig. Viele verzichten deshalb darauf und machen gleich den Sprung zum Mobiltelefon.

So auch wir. Einfach eine SIM-Karte kaufen, dazu ein Guthaben, in das vorhandene Handy einsetzen, freischalten – los geht’s. Das ganze dauert 5 Minuten.
Unsere Nummer: 0727 731968.

Wer uns aus dem Ausland anruft, braucht einfach noch die Vorwahl für Kenia davor zu setzen, das sieht dann so aus:
+254 727 731968.

Mit einer Call-by-call-Vorwahl wie 01026 oder 01057 kostet der Spass nur 13 – 15 ct. / min – wie in innerhalb Deutschlands.

Na dann, der erste Anrufer gewinnt einen…?

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Angekommen?

Wir sind gestern gut angekommen – physisch. Der Rest fliegt langsamer, das wirkliche Ankommen wird noch einige Zeit dauern. Ein Bekannter hat uns vom Flughafen abgeholt – zumindest kannte er uns noch von unserem Besuch im Juli.

Jetzt werden wir uns erst mal um eine dauerhafte Unterkunft kuemmern, sowie um SIM-Karten fuer unsere Handys. Das macht die Kommunikation hier leicht.

Zwischenstopp

Gerade sind wir in Doha angekommen und warten auf unseren Anschlussflug nach Nairobi. Das W-LAN auf dem Flughafen müssen wir natürlich gleich nutzen.
Gestern in Frankfurt ging alles super. Das Gepäck ist durchgegangen – trotz Übergewicht. Wir haben auch lang genug aussortiert – bis 5 Minuten vor der Abfahrt. Und immer wieder gewogen. Wirklich leichter geworden sind unsere Koffer nicht, auch wenn Etliches in Deutschland bleiben musste. Das Loslassen lässt und nicht los.

Jetzt sind wir gespannt, ob unsere Luftfracht in Nairobi ankommt. Wir haben noch keine Papiere, um sie dort abholen zu können. Die sollen per Mail kommen. Schauen wir mal.

Dass wir für drei Jahre in Nairobi sein können, empfinden wir als Privileg. Wir haben Deutschland mit gemischten Gefühlen verlassen. Da war einerseits die Vorfreude auf alles Neue, was kommt. Auf der anderen Seite ist es nicht leicht, die alte Heimat zu verlassen, und in der neuen noch nicht angekommen zu sein. Wir sind ja auch noch nicht angekommen.

Abflug

Heute geht’s los: mit dem Zug nach Frankfurt, dann Flug über Dohar nach Nairobi. Wir freuen uns darauf. Es wir vieles neu und wir sind optimistisch.

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Zum Abheben

Ticket Nur noch 2 Wochen, dann heben wir ab. Heute haben wir unsere Flugtickets erhalten, es steht nun fest, dass wir am 29.10. Deutschland verlassen. Wie es uns bei diesem Gedanke zu Mute ist? Nun ja, der Herbst hinterlässt bei uns auch seine Spuren: kalte Füße, dicke Jacken – das lassen wir gern hier. Mitnehmen würden wir gern die deutsche Adventszeit mit ihren Pfefferkuchen und Stollen. Und den Pflaumenkuchen werden wir auch vermissen. Aber das trübt unsere Vorfreude kaum. – Bis jetzt zumindest. Neue Herausforderungen warten auf uns, und nur wer sich Herausforderungen stellt, wird wachsen und reifen.

Und tschüss…

Foto Innerhalb von fünf Minuten waren wir wieder draußen – aus dem Einwohnermeldeamt. So schnell kann man sich bei den deutschen Behörden abmelden. Wir brauchten noch nicht mal eine neue Adresse angeben. Unseren Behörden reicht es, wenn die das neue Land wissen.
Und jetzt fahren wir mit unserem restlichen Hab und Gut im Auto quer durchs Land bis wir abreisen. Ist ein ungewohntes Gefühl, so ohne Zuhause zu sein. Zum Glück gibt es die Familie und Freunde, bei denen wir uns noch etwas verwöhnen lassen können. Nach den pack- und aufräumgefüllten Tagen ist das sowas wie ein kleiner Urlaub bzw. Tankstelle, bevor es richtig losgeht.

“Mein Leipzig lob’ ich mir!

Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.”

Diesen Satz lässt Goehte einen Studenten in seinem Werk “Faust” sagen. Nicht umsonst – denn Leipzig ist mehr als nur einen Besuch wert. Wir haben vier Jahre hier verbracht und lieben die Stadt. Klar, dass wir Eindrücke und Fotos festhalten wollen. Der Tag der Deutschen Einheit bietet sich gerade dazu an. Sein Ursprung geht ja maßgeblich auch auf Leipzig zurück.
Hier ist das Ergebnis unserer Tour:

Altes Rathaus Krematorium Mädlerpassage Nikolaikirche Nikolaischule Passage Plagwitz Plagwitz 2 Völkerschlachtdenkmal

Der letzte

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Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag in der Verwaltungsstelle. Seit 6 Wochen arbeite ich nun mit Diethard zusammen, um ihm die Aufgaben zu übergeben. Es war eine richtig gute Zeit. Nun heißt es, Abschied nehmen. Ich bin schon richtig gespannt, wie meine neue Arbeitsstelle wird!