Tag 3: Psychohygiene

Es lässt sich nicht leugnen, eine gewisse Grundanspannung ist zu spüren, auch bei uns zu Hause. Zumindest zeitweise. In den letzten Tagen bekam ich so viel WhatApp Nachrichten, es wurde so viel geschrieben, die Fülle der Informationen war für mich manchmal nicht mehr verarbeitbar. Ja, natürlich ich möchte und muss auch auf dem Laufenden sein, schon von berufswegen. Doch wieviel von diesen oft nicht sonderlich erfreulichen Nachrichten lasse ich in mein Herz? – So viel, wie darin Platz hat.

Darum habe ich mich entschieden, mein Herz kontinuierlich mit Dingen zu füllen, die mir tatsächlich gut tun, und nicht nur meine Neugierde stillen.

Viel Zeit für mich habe ich ja nie, in diesen Tagen ist es aber noch viel reduzierter. Darum nutze ich jede noch so kleine Gelegenheit, mein Herz mit Gutem zu füllen.
Wie?

In unserer Familien-Bibellese-Zeit heute morgen lasen wir aus Psalm 91, 14- 15:
„Weil er an mir hängt, will ich ihn retten! Weil er mich achtet, schütze ich ihn. Wenn er mich ruft, antworte ich. Wenn er in Not ist, steh ich ihm bei, hol ihn heraus und bring ihn zu Ehren.“

Eines meiner Kinder stellt fest: Das ist ein schöner Vers, den muss ich mir merken. – Finde ich auch.

Es gibt Momente in diesem Tag, da fühle ich mich echt überfordert, die Schulsachen klappen heute nicht wie gedacht, der Vormittag ist anstrengend. Während der Jüngste seinen Mittagsschlaf macht, und ich das Küchenchaos beseitige, überlege ich, wie ich meinen Tank wieder füllen kann. Ich brauche irgend einen Input von „außen“, darum greife ich zu meinem Handy und fange an, das Markusevangelium zu hören. Beim Hören und innerlich mitgehen bei den Geschichten, die mir vorgelesen werden, kehrt Frieden ein in mein Herz. So simpel, so gut. Trotzdem muss ich dran denken.

Während Daniel Videoclips aufnimmt, um mit unserer Gemeinde in Kontakt zu bleiben, streife ich mit den Kindern durch den Garten und treffe Nachbarn – das wird in dieser Zeit der Höhepunkt des Tages. Andere Menschen sehen und mit ihnen reden.

Am Abend brauche ich noch etwas handfestes, was nicht nur den Geist, sondern die Sinne stimuliert. Ich habe heute meine ersten Kräuter im Garten geerntet. Auch wenn es den Rest meiner Familie wenig interessiert, für mich ist das ein kleines Fest.

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