Und tschüss…

Foto Innerhalb von fünf Minuten waren wir wieder draußen – aus dem Einwohnermeldeamt. So schnell kann man sich bei den deutschen Behörden abmelden. Wir brauchten noch nicht mal eine neue Adresse angeben. Unseren Behörden reicht es, wenn die das neue Land wissen.
Und jetzt fahren wir mit unserem restlichen Hab und Gut im Auto quer durchs Land bis wir abreisen. Ist ein ungewohntes Gefühl, so ohne Zuhause zu sein. Zum Glück gibt es die Familie und Freunde, bei denen wir uns noch etwas verwöhnen lassen können. Nach den pack- und aufräumgefüllten Tagen ist das sowas wie ein kleiner Urlaub bzw. Tankstelle, bevor es richtig losgeht.

“Mein Leipzig lob’ ich mir!

Es ist ein klein Paris und bildet seine Leute.”

Diesen Satz lässt Goehte einen Studenten in seinem Werk “Faust” sagen. Nicht umsonst – denn Leipzig ist mehr als nur einen Besuch wert. Wir haben vier Jahre hier verbracht und lieben die Stadt. Klar, dass wir Eindrücke und Fotos festhalten wollen. Der Tag der Deutschen Einheit bietet sich gerade dazu an. Sein Ursprung geht ja maßgeblich auch auf Leipzig zurück.
Hier ist das Ergebnis unserer Tour:

Altes Rathaus Krematorium Mädlerpassage Nikolaikirche Nikolaischule Passage Plagwitz Plagwitz 2 Völkerschlachtdenkmal

Der letzte

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Heute hatte ich meinen letzten Arbeitstag in der Verwaltungsstelle. Seit 6 Wochen arbeite ich nun mit Diethard zusammen, um ihm die Aufgaben zu übergeben. Es war eine richtig gute Zeit. Nun heißt es, Abschied nehmen. Ich bin schon richtig gespannt, wie meine neue Arbeitsstelle wird!

Sie kommt…

… unsere Abschiedsfeier.
Wir gehen für drei Jahre nach Kenia und werden uns von Freunden, Bekannten und Verwandten ordentlich verabschieden – wir feiern gemeinsam.

Auch Claudia aus unserem Hauskreis geht für drei Jahre: nach Wiedenest. Deshalb feiern wir gemeinsam – mit vielen anderen.

Hier ist die Einladung:

flyer_farewell_party

Von Leipzig nach Nairobi

Wie kommen zwei junge Menschen dazu, nach Kenia zu gehen? Trotz ganz anderer Pläne und insgesamt sechs Studienplätzen an Wunsch-Unis in Deutschland?

  • Wir sind eingeladen worden.
  • Im Sommer 2007 war Oscar Muriu, Gemeindeleiter der Nairobichapel, zu verschiedenen Konferenzen in Deutschland. Dort haben wir uns persönlich kennengelernt und er hat uns zu einem Leiterschafts-Trainingsprogramm in seine Gemeinde eingeladen.

  • Die Einladung ist vielversprechend.
  • Die Nairobichapel ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und hat mittlerweile über 1.000 Mitglieder. Die Leiter setzen stark auf Gemeindebau durch Multiplikation: ständig werden neue Leiter ausgerüstet. Hier können wir stark für Deutschland profitieren.

  • Deutschland braucht mehr Gemeinden.
  • Schon länger beschäftigen wir uns mit dem Thema Gemeindegründung, haben bisher haber noch nicht richtig den Ansatzpunkt gefunden. Wir merken, dass bestehende Gemeinden kaum Menschen erreichen – und das es Aussenstehenden enorm schwer fällt, eine Gemeinde zu besuchen. Wir brauchen Gemeinden, die für Menschen relevant sind und in der Gesellschaft eine prägende Rolle spielen. Nairobichapel ist so eine Gemeinde – wie machen die das?

  • Deutschland braucht gute Leiter.
  • Aufgrund unserer Geschichte tun wir uns schwer mit starken Leitern und Visionen. Die Entwicklung von grossen Visionen ist nahezu unmöglich. Es werden keine starken Leiter ausgebildet, bzw. sie werden gemeinhin mit Skepsis betrachtet. Wir als junge Generation suchen jedoch nach Orientierung, nach Leitfiguren – uns wollen selbst solche werden.

    Darum verlassen wir eine Zeit lang abgesicherte Leben in Deutschland, steigen quasi aus dem Boot, unentgeltlich, auf eigene Kosten. Die Herausforderung ist gross. Wir werden an ihr wachsen.

    Missionar sein

    Nun ist es amtlich – wir sind Missionare. Letzten Freitag haben wir den Arbeitsvertrag mit dem Missionshaus Bibelschule Wiedenest unterschrieben. Wann die genaue Ausreise sein wird, steht noch nicht fest, wir wollen gern im Oktober das Land verlassen.
    Missionare sind wir aber auch schon hier. Die Reaktionen unserer Mitmenschen sind zum großen Teil sehr positiv. Wir haben den Eindruck, hier kommt etwas in Bewegung. Menschen werden aufgerüttelt, denken neu über ihr Leben, ihr Christ sein nach.
    Und, Missionar sein heißt auch, Gott zu vertrauen. Die ersten Spenden bzw. Zusagen für Spenden sind eingegangen. Das tut uns gut, wenn wir erleben, dass Menschen uns unterstützen. Trotzdem können wir von den bisherigen Zusagen noch nicht leben. Wir sind gespannt, was Gott weiter tut.

    Es wird langsam ernst

    Sich von Freunden verabschieden, die Familie besuchen, Bananenkartons sammeln, alten Plunder wegwerfen, sich von heißgeliebten Erinnerungsstücken trennen, nebenbei Telefonate führen und E-Mails beantworten – so füllen sich die letzten Tage. Ach ja, und nicht zu vergessen, zwischendurch noch arbeiten gehen.
    Geht das überhaupt? – Irgendwie schon. – Gott macht ja auch noch mit. Sehr wahrscheinlich haben wir einen Nachmieter für unsere Wohnung, einen Unterstellplatz für unseren Hausrat haben wir auch schon gefunden, unser Klavier wird in guten Händen sein – Es läuft wie am Schnürchen.