30 Burger und viele neue Freunde

Wenn einer begabt ist, in Leute anquatschen, dann ist es Roddy. Roddy, unser „ausgeborgter“ amerikanischer Vollzeitler ist erst dann richtig in seinem Element, wenn er mindestens eine neue Freundschaft pro Tag schließt.;-) Ob der Dönermann um die Ecke, beim Elternabend in der Schule, der Kellner im Restaurant – Roddy liebt sie alle – und sie lieben ihn.
Er widerlegt die These, dass Deutsche verschlossen sind. Okay, er hat auch einen Vorteil: er ist Brasilianer – mit Charme. Aber trotzdem. Jede Woche erzählt er uns von neuen – und alten Begegnungen, und wie sie sich weiter entwickeln. Hier eine Story, die uns besonders staunen lässt:

Durch einen Restaurantbesuch lernt er den Kellner Silvio (Name geändert) kennen. Keine Ahnung, wie Roddy das macht, aber er fängt an über den christlichen Glauben mit ihm zu reden. Silvio zeigt sich – aus unserer Sicht – erstaunlich offen. Die beiden treffen sich immer wieder, Silvio kommt, obwohl er Roddy erst seit ein paar Wochen kennt, zum Gottesdienst. – Und ihm gefällt es. Er kommt wieder. Und wieder. Er bekommt eine Bibel geschenkt, liest darin und kommt weiter zum Gottesdienst. Letzten Sonntag hatten wir unser traditionelle Gemeindemittagessen. Silvio lässt sich nicht lumpen. Er sponsert 30 Burger, die er eigenhändig draußen vor der Kappelle in der herbstlichen Kälte grillt. Die gehen weg – wie leckere Burger eben weggehen, und er ist mitten im Gemeindeleben. Kein Wunder dass wir von Roddy hören, dass Silvio gegenüber dritten von „seiner Kirche“ spricht und uns damit meint. Für uns ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Silvio neben „seiner Kirche“ auch „seinen Jesus“ findet.

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