Alle weg

Heute ist ihr letzter Arbeitstag in Nairobi Chapel. Sehr bedauernswert! Besonders für mich, da Cornelia die einzige (schweizer)deutsch sprechende Kollegin, Freundin, Übersetzerin und Korrekturleserin war. Wenn ich die Nase von der kenianischen Kultur mal voll hatte – dann bin ich zu ihr ins Büro gekommen. Wenn ich in Sitzungen wieder mal Bahnhof verstanden habe – sie hat mit eine deutsche Zusammenfassung gegeben – kulturell kontextualisiert, versteht sich. Wollte ich außerhalb vom Büro das Internet nutzen ohne Geld zu bezahlen – sie hat mich zu ihrer Gastfamilie nach Hause eingeladen. Und jetzt geht sie, weil sie in der Schweiz eine Pfarrstelle antritt. Ich konnte sie einfach nicht überzeugen, dass ich in tiefe Depressionen fallen werde, mein Deutsch komplett verlerne und die Rundbriefe vor Fehlern nur so strotzen werden, wenn sie geht.
Ich werde dich vermissen, Cornelia!

Und als ob das nicht genug wäre. Alle uns bekannten deutschen und schweizerischen Missionare in Nairobi hauen ab. Ohne uns zu fragen. Manche für immer, manche flüchten nur für dem kenianischen Winter und kommen in ein paar Monaten wieder.
Und wir? Wir frieren uns die Füße ab, vermissen deutsches Essen und kämpfen uns jeden Tag durch Nairobis chaotischen Straßen… Gelobt sei, was hart macht…

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