Wir werden bald berühmt! Naja, zumindest unsere Kapelle – in Statistenfunktion. Heute drehte die Constantin Television GmbH vor und neben der Kapelle eine Filmsequenz für einen Spielfilm. Alles begann mit der Frage, ob die Darsteller während der Dreharbeiten unter der Woche ihre Privatfarzeuge auf unserem Parkplatz abstellen dürfen. Unser Hausmeister ergriff die Gelegenheit beim Schopfe und meinte gegenüber einem Verantwortlichen der Filmcrew, dass er schon immer davon geträumt habe, dass die Kapelle mal in einem Film auftauchen würde. Das bekam der Regisseur mit – und änderte tatsächlich das Drehbuch. Kein Witz! Die geplante Hochzeitsszene im Standesamt wurde vor die Kapelle gelegt. Und ein Autounfall auf dem Parkplatz daneben wurde auch noch gedreht. Und wenn die Filmcrew nicht gerade dreht, dann macht sie in unserem KidsClub-Gebäude Pause.
Als wir mal kurz vorbei schauten, waren zwar kaum Leute da, aber unser Hausmeister kam uns mit strahlenden Augen entgegen. „Ich habe heute einen Traumjob.“ meinte er. Dass er schon seit morgens 8.00 Uhr auf dem Gelände war und das ganze noch bis Mitternacht gehen soll, ist für ihn kein Problem. Schließlich bekommt er heute einen Traum erfüllt.
Positive Nebeneffekte gab es gleich mehrere:
Das Gelände um die Kapelle herum war noch nie sie aufgeräumt.
Die Kapelle wurde im Dunkeln noch nie so schön beleuchtet.
Und die Aufwandsentschädigung in finanzieller Form kommt unserem Bau zu gute.
Jede Computersoftware wird permanent weiterentwickelt – genauso handhaben wir es auch in unserer Gemeinde. Manchmal gibt es dabei Entwicklungssprünge. An solch einem Punkt stehen wir jetzt. Wir haben uns weiterentwickelt, jetzt sind größere Schritte dran.
An diesem Samstag ist es soweit! Bei Gemeinde 3.0 werden wir
…feierlich den neuen Namen unserer Gemeinde enthüllen.
…den Startschuss für die Bauphase geben.
…die nächsten Schritte anpacken
… dann wird es endlich offiziell: wir werden einen (neuen) Gemeindenamen samt Logo haben. Verraten wird noch nichts.
Ich freue mich über das Team, das über Wochen und Monate zielstrebig daran gearbeitet hat. Profis aus Deutschland und USA haben mitgewirkt. Ich empfand es als Ehre, mit dabei sein zu dürfen. Danke Ole, dass du das Projekt so fokussiert vorangetrieben hast. Ich finde das Ergebnis richtig toll und würde am liebsten heute schon ein T-Shirt damit tragen. Doch der Chef bleibt konsequent: Erst wenns offiziell ist, dürfen wir damit an die Öffentlichkeit. Okay, er hat ja recht.
Also, noch 10 mal schlafen, dann ist Weihn… äh, wieder eine Meilenstein nach dem Neustart geschafft.
Wer schon immer mal wissen wollte, worüber wir uns beim Abendessen als Familie unterhalten, bekommt hier einen kleinen Einblick. Es werden wichtige und zukunftsträchtige Dinge besprochen:
Papa: Morgen ist das letzte Frühstück, bevor ich faste.
Ferdi: Ich rede auch mit Gott.
Papa: Was redet ihr denn so?
Ferdi: Dass wir uns lieb haben.
Papa: Und was noch?
Ferdi: Dass wir die Leitung der Gemeinde ändern müssen.
Endlich hat es mal jemand ausgesprochen! 🙂 Jetzt müssen wir nur noch die Nachfolge klären. Auch da zitieren wir gern unseren Erstgeborenen:
Vor lauter Arbeit hätten wir es fast verpasst, (zwischen Jahresplanung, Skype-Meeting mit Übersee und Lifgrouptreffen heute Abend) unser zweijähriges Mavuno-Berlin-Jubiläum.
Wir haben richtig viele Gründe zum Feiern:
Wir haben eine gut funktionierende Leitungsstruktur, die nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch gelebt wird
Wir haben zwar zu wenig Bereichsleiter, aber die eingesetzten sind richtig motiviert, engagiert – eben voll bei der Sache
Wir haben Gottesdienste, die für unser Umfeld ansprechend sind. Das sagen unsere Gäste (Christen wie Nichtchristen) immer wieder. Und die Statistik beweist das auch. Mittlerweile gehören 54 (!) neue Leute zu unseren (mehr oder weniger) regelmäßigen Gottesdiensten.
Die Arbeit mit unser Gemeindelogo geht in die heiße Phase – bald werden wir ein tolles Logo haben.
Wir konnten in fast allen Bereichen neue Mitarbeiter gewinnen (trotzdem sind es noch viel zu wenig).
Nicht nur inhaltlich werden unsere Angebote besser, sondern auch die Räume werden attraktiver. So entsteht gerade für den Kidsclub eine neue Bühne, für die Kapelle haben wir die schon im Februar gebaut.
Wir freuen uns sehr über die Entwicklungen, trotzdem wollen wir noch mehr sehen. Darum lautet unser Gemeinde-Jahresmotto:
Mach dein Zelt größer! Spanne deine Zeltdecken aus, ohne zu sparen! Verlängere die Seile und schlag die Zeltpflöcke fest ein. (Jesaja 54,2)
Letztes Wochenende haben wir mal zusammen getragen, was sich seit eineinhalb Jahren in unserer Gemeinde alles getan hat. Das alles mal in gebündelter Form zu hören bzw. zu lesen, gibt einen ungeheuren Motivationsschub. Den wollen wir euch nicht vorenthalten. Hier lest ihr in Auszügen, was Gott getan hat:
Gottesdienste
Wir haben unseren Stil gefunden, sie sind zeitgemäß, relevant, für Christen wie Nichtchristen ansprechend (von beiden Gruppen bekommen wir positives Feedback).
Unsere Musik rockt – Roddy, was machen wir, wenn du wieder nach Amerika gehst?
Die Flyer für unsere monatlichen Gottesdienstreihen sind sehr geschmackvoll und kreativ.
5 Gottesdienstbesucher haben eine Reise mit Jesus angefangen
Seit unserer 180°-Drehung können wir die Kapelle viel besser nutzen.
Leiter und Mitarbeiter
Unser Ältestenteam steht „wie ein Mann“ und treffen sich jeden Dienstag 6.30 Uhr zum gemeinsamen Beten.
Wir haben zwei sehr motivierte und kompetente Bereichsleiter für Gottesdienste und das Mediateam.
Wir haben eine Leiterschulung durchgeführt, die positive Spuren bei unseren Mitarbeitern gelassen hat.
Unser amerikanisches Team (die meisten haben uns leider wieder verlassen) hat uns tatkräftig unterstützt.
Wir haben ein (provisorisches) Gemeindebüro.
Kinderbereich
Für unsere Minis (1-3- Jahre) haben wir Miniclub gestartet.
Der Kidsclub hat viel mehr neue Kinder.
Das Englischcamp ist 3 mal gelaufen, jedes Mal waren neue Kinder dabei.
3 Mädchen haben ein Leben mit Jesus angefangen.
Was für uns alle ein Highlight ist: Seit unserem Neustart im September 2011 sind insgesamt ca. 50 neue Leute (Kinder und Erwachsene) in unsere Gemeinde gekommen und zum großen Teil geblieben.
Privat
Wir haben ein Haus gefunden, in dem wir uns als Familie wohl fühlen und Platz für Gäste und zum Toben haben.
Wir haben für eine Waschmaschine, ein Doppelbett und Kaminholz gebetet – und alles bekommen.
Wenn Mavuno intern an alle Empfänger ein „Breaking News Mail“ raus schickt, dann muss wirklich etwas sehr Wichtiges passiert sein. Seit Monaten warteten wir alle darauf, dass es passiert. Kyama, unser Chef, meinte zu Daniel: „Wir beten in den nächsten Wochen besonders für euch in Berlin. Wir glauben, dass es bei euch auch bald so weit sein wird.“
Jede Woche wird ein an alle Angestellten ein „Zahlen-Mail“ verschickt, in der die Zahl der Gottesdienstbesucher und der Bekehrungen (gibt es ein besseres Wort dafür?) aufgelistet ist. Wir wollen voneinander wissen, was in den drei Gemeinden in Nairobi und in Kampalla passiert und sie wollen von uns wissen, was in Berlin los ist. In einer Zeile in der Tabelle war bei uns Berlinern bis letzte Woche immer die 0. Letzte Woche ging ein Jubel durch die Mavuno-Family: In Berlin haben 3 Mädchen Jesus in ihr Leben aufgenommen! Yeah! Halleluja! Endlich! Im Himmel wird es nun 3 Berliner mehr geben. Das geniale daran ist, ein Mädchen kommt erst seit einem halben Jahr zum Kids Club, hatte bis dahin noch gar nichts von Jesus gehört und hat nun gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Ihr Bruder ist ebenfalls voller Begeisterung dabei und die Eltern kommen auch regelmäßig zum Gottesdienst!
Endlich sind wir eine richtige Mavuno- (Ernte-) Gemeinde! Falls es jemanden interessiert, allein in diesem Jahr sind in allen Mavuno-Gemeinden bisher 465 Menschen zum Glauben an Jesus gekommen.
Die Reaktionen auf unsere „3“ von unseren kenianischen Kollegen wollen wir euch nicht vorenthalten:
I am in awe of what God can do through ordinary people,now fearless influensers of society.
God,receive all the glory.
Remember us praying for Berlin?asking God to give us testimonies from Berlin.This is just the beginning,i believe.
Thank you God.
Grace
And finally. Break through in Berlin. And we all know that parents will always be drawn to where their children are!
Jerry
Alililililililiiii!!!!!
Amen and Amen..
All Glory and Honor unto the Lord.
I Believe that this is just the beginning for Germany, we continue to trust in God that many more will come to receive Christ..
Welcome on board Berlin, only God could have done that!
Carol
Warum nicht mal verkehrte Welt „spielen“? Einfach mal was ungewohntes, neues machen. Okay, ganz so ist es nicht. Aber habt ihr schon mal das Innenleben eines Gottesdienstraumes um 180° gedreht? Wir haben das. Letzen Sonntag. Für den Monat März ist bei uns nun hinten vorn und von hinten.
Was so einfach klingt, war ein großer logistischer Aufwand, schließlich mussten nicht nur die Stühle gedreht werden, sondern die ganze Technik mit Beleuchtung und Lautsprechern um gehängt werden. Ach ja, und dann hatten wir noch das kleine Problem, dass wir ja hinten bzw. jetzt vorn keine Bühne hatten. Macht nichts, ein Zimmermann aus Oldenburg kam für ein Wochenende und baute mit einer Hand voll Leute – mal eben – eine Bühne. Einen ganzen Tag hatten sie dazu Zeit – nicht gerade viel. Bis nach Mitternacht haben sie am Freitag geschuftet, damit das Technik- und Putzteam am Samstag weiter arbeiten konnte. Und am Sonntag war es so weit: auf einer optisch und praktisch sehr gelungenen Bühne wurde musiziert und gepredigt.
Der Grund für diese Aktion ist:
1. Die alte Blickrichtung war aus verschiedenen Gründen sehr unpraktisch.
2. Wir wollen als Gemeinde wachsen – und so haben wir tatsächlich mehr Platz geschaffen, weil nun die Apsis der Kapelle kein toter Raum mehr ist sondern Tummelplatz für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern.
In diesem Jahr war alles anders: statt mit Nancy und den Kids war ich (Daniel) allein zum jährlichen Staff-Retreat von Mavuno, statt Indischer Ozean waren wir in der Nähe von Nairobi, statt ausgedehnten 5 Tagen hatten wir nur 3 Tage. Und das hat seine Gründe:
Familiäre Veränderungen: wir sind jetzt zu viert. Um mit 4 Personen für 2 Wochen nach Kenia zu fliegen war uns das Kosten-Nutzen-Verhältnis zu ungünstig. So haben wir uns schweren Herzens entschlossen, dass Nancy mit den Kids in Berlin geblieben ist.
Veränderungen bei Mavuno: Mavuno Central steht vor dem Umzug auf das eigene Grundstück, das vor wenigen Wochen gekauft werden konnte. Da heißt es für alle, den Gürtel enger zu schnallen. Auf die Klausur zu verzichten kam aber nicht in Frage, weil der Wert unbezahlbar ist. Hier zeigt sich die Kraft der Gemeindevision: man widersetzt sich Sparzwängen, weil die Vision über den Umzug hinaus geht. Ein funktionierendes Staff-Team, dass voll auf die Vision eingeschworen ist braucht man während der Umzugsphase, und noch viel dringender: danach. Denn dann heißt es: durchstarten.
Hier sind vier Lektionen aus der 9-tägigen Reise:Â
Hoher geistlicher Grundwasserspiegel
Bereits in den drei Tagen vor dem Retreat fiel mir in Nairobi auf, woran ich mich eigentlich schon längst gewöhnt hatte. Quasi überall scheint einem Gott & Christ-Sein & Spiritualität ins Gesicht. Ob als Bibelvers auf der Heckscheibe eines Matatus (Sammeltaxi) oder in Form eines Bus-Predigers, der plötzlich auftaucht, seine Bibel rausholt, die Insassen zum Gebet bittet und dann lospredigt. Kein Wunder, dass manche Busse dies Aufkleber haben:
Strictly No Preaching – Predigen strengstens verboten!
Mehrmals schlug im Bus neben/vor/hinter mir jemand eine Bibel oder ein Andachtsbuch für die persönliche Stille Zeit auf – auch wenn die mit 105dB HipHop-Untermalung aus donnernden Bus-Lautsprechern eine andere Qualität der Stille verlangt;-)
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Kein Wunder, dass Gott in Deutschland so fern scheint. Kein Wunder, dass geistliche Disziplinen schwer fallen. Kein Wunder, dass Christen Gott „vergessen“, nicht mit ihm reden oder über ihn lesen. Es wird Zeit, dass aus der geistlichen Wüste Deutschland wirklich „blühende Landschaften“ mit einem hohen geistlichen Grundwasserspiegel werden.
Spaß mit Vision
Lebensfreude, Begeisterung, Lachen, Spiel, Spaß und Verrückt-Sein sind nicht nur Beiwerk in der Gemeindearbeit, sondern elementare Grundbausteine. In 9 Tagen Kenia habe ich so viel gelacht wie in 9 Monaten Berlin. Sind wir hier wirklich so ernst, task-oriented? Hier holt mich mein Deutsch-Sein ein – und ich weiß noch nicht, wie ich das ändere, außer mehr über mich selber zu lachen.
Beleidigt deine Vision Gott?
Für das Retreat gab es eine afrikanische Pflichtlektüre. Die Biographie eines nigerianischen Gemeindegründer-Ehepaares, die von der RCCG in Nigeria ausgesandt worden in Kenia Gemeinde zu gründen und bisher über 30 Gemeinden ins Leben gerufen haben, etliche auch in den Nachbarländern – und mehr entstehen permanent.
Die Vision von RCCG hat mich fast aus den Latschen gekippt: In Entwicklungsländern wollen sie in jeder Stadt Gemeinden in 5 Minuten Laufdistanz gründen, in der entwickelten Welt in 5 Minuten Fahrdistanz! Unglaublich! Und sie haben in Deutschland schon 20 Gemeinden.
Die Vision von Mavuno braucht Gott: bis 2035 in jeder einflussreichen Hauptstadt weltweit eine Gemeinde zu gründen, bis 2025 in jeder afrikanischen Hauptstadt eine Gemeinde plus je eine Gemeinde auf jedem Kontinent, bis 2015 5 Gemeinden mit insgesamt 20.000 Leuten in Nariobi plus 10 Gemeinden in afrikanischen Hauptstädten + die ersten internationalen Gemeinden.
Mavuno ist davon überzeugt: „Wenn deine Vision dich nicht einschüchtert, dann beleidigt sie Gott.“
Kündigen mit Vision
Im Retreat wurden die Mitarbeiter von Mavuno aufgefordert, ihre Kündigung zu schreiben und sich versetzen zu lassen. Nur so kann Gemeinde wachsen: wenn Mitarbeiter immer sich nicht nur weiterentwickeln, sondern auch weitergehen. Und die Antworten waren „Amen!“, „Preach it!“ Nur die Kraft der Vision bringt Leute dazu, so zu reagieren. Jetzt wird es konkret, die ersten Mitarbeiter werden im Juli ausgesandt, bis dahin arbeiten sie sich heraus: kümmern sich um ihre Nachfolge, um Übergabe, Dokumentation, und Research für den nächsten Job.
Mich begeistert die Entschlossenheit, die Zielstrebigkeit und der unerschütterliche Glaube an Gott. Das ist Feuer für die Vision.